{Rezension} Layers | Ursula Poznanski

25 Sep

Layers

Autor: Ursula Poznanski
Titel: Layers
Seiten: 448 Seiten
ISBN: 978-3-7855-8230-5
Verlag: Loewe
Veröffentlichung: 17. August 2015
Leseprobe
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„Ein Satz wie aus einem Kinofilm. Ist dir jemand gefolgt?“ (Seite 114)

Dorian lebt auf der Straße, und dort kommt er eigentlich sehr gut klar. Alles ändert sich schlagartig, als er morgens neben einem toten Obdachlosen aufwacht. Leider kann Dorian sich an gar nichts erinnern und weiß nicht, ob er damit etwas zu tun hat.
Ein fremder Mann verspricht ihm Hilfe. Er will ihn mit in ein Heim nehmen, in dem Problem-Jugendlichen wie ihm geholfen wird, wieder in ein normales Leben zu finden. Dorian stimmt zu und findet sich in der prunkvollen Bornheim Villa wieder.
Zusammen mit anderen Jugendlichen drückt er die Schulbank. Das Leben ihm Haus ist gut, auch wenn teils seltsame Regeln herrschen…

„Unsere Ziele sind größer als wir, bedeutender als wir und sie rechtfertigen jedes Opfer. Auch unser Leben. Auch dein Leben.“ (Seite 174)

Das Vertrauen, das Dorian dem Fremden namens Nico gegenüber hat, hätte ich wohl nicht gehabt. Aber dann wäre die Geschichte auch schon beendet gewesen. 🙂
In seiner Vergangenheit wurde er leider ständig mit Gewalt konfrontiert. Diese hat ihn schließlich auch auf die Straße getrieben.
So habe ich mit ihm gehofft, dass es ihm in der Villa gut gehen würde. Das ist zu Beginn auch so. Obwohl man als Leser gemeinsam mit Dorian merkt, dass irgendetwas seltsam ist. Als Dorian schließlich für Jobs, die „draußen“ erledigt werden, eingeteilt wird, hält die Freude nicht sehr lange an. Ohne Hintergrundinformationen und ohne Fragen stellen zu dürfen, übernimmt er Kurier-Jobs. Was am Anfang noch harmlos wirkt, entwickelt sich immer mehr ins Dubiose. Die Geschäfte sind nicht nur zweifelhaft, sondern auch gefährlich. Und Dorian findet sich plötzlich mittendrin. Als er einen aktuellen Auftrag nicht zu Ende ausführen kann, spürt er am eigenen Leib, dass hinter den Regeln nicht nur leere Drohungen stecken.

Gemeinsam mit Dorian habe ich viele Fragen gestellt und stand Nico und seinem Chef skeptisch gegenüber. Jugendliche ohne Gegenleistung in eine Villa aufzunehmen und ihnen Schulbildung zu ermöglichen, wäre ja auch zu einfach gewesen. In einigen Szenen hätte ich mir noch etwas mehr Misstrauen von seiner Seite gewünscht. Aber das würde wohl auch nicht seinem Charakter entsprechen.
Als auch Stella, mit der er sich sehr gut versteht, in Gefahr gerät, ist Dorian nicht mehr nur für sein eigenes Leben verantwortlich. Diese zusätzliche Verantwortung nimmt er aber gerne auf seine Schultern und geht entsprechend damit um.

Der Wechsel zwischen Realität und der virtuellen Welt macht Dorian zu schaffen. Und mir ebenso. Was ist wahr? Was ist bloß Fiktion? Gar nicht einfach, die Situation immer richtig einzuschätzen. Die Szenen und Wechsel sind der Autorin richtig gut gelungen.

Ursula Poznanski bleibt ihrem Schreibstil treu. Sie schafft es in ihren (Jugend)Büchern immer wieder, mich total in ihren Bann zu ziehen und mich in die Geschichte eintauchen zu lassen. Sie kann einfach unglaublich bildlich beschreiben, sodass man jede Szene vor dem geistigen Auge ablaufen sieht.
An der einen oder anderen Stelle hätte ich mir ein bisschen mehr Straffung der Geschichte und damit auch ein etwas schnelleres Vorankommen gewünscht.
Die Fäden und Handlungsstränge der Story laufen geschickt zusammen und werden am Ende sehr gut aufgelöst.

Die Thematik ist richtig aktuell und äußerst brisant: Datenbrille und -schutz. Themen, die auch häufig in Krimis und Thrillern für Erwachsene aufgegriffen werden. Die Autorin hat das hier richtig gut umgesetzt. Als Erwachsene fühlte ich mich gut unterhalten. Mit genau der nötigen Menge an Informationen. Immer wieder habe ich mir selber Fragen gestellt und über Datenklau und ähnliche Themen nachgedacht. An einigen Stellen musste ich schlucken und erst einmal überlegen, welche Daten jeder Beliebige so über mich abrufen kann. Schön ist das nicht unbedingt.
Die hochwertige Aufmachung des Buches finde ich sehr gelungen! Die Klappenbroschur hat im Cover Ausstanzungen und Relieflack. So ist der Umschlag ebenso vielschichtig, wie die „Schichten“ in der Story.

Da „Erebos“ und die „Eleria„-Trilogie mich unglaublich begeistern, ja geradezu flashen, konnten, waren meine Ansprüche hoch. Und obwohl „Layers“ ein wirklich gutes Buch ist, ist es für mich etwas schwächer als die anderer ihrer Jugendbücher.

„Wurde er langsam süchtig nach dieser Wirklichkeit, die ihm da offenstand und den meisten anderen Leuten verschlossen blieb?“ (Seite 304/305)

Mit „Layers“ hat Ursula Poznanski einen spannenden und brandaktuellen Jugendthriller geschrieben, der mit einer brisanten Thematik punkten kann. Ein Buch, das sowohl unterhält als auch zum Nachdenken anregt.
Ursula Poznanski ist eine Garantin für spannende Unterhaltung!

4 Herz

Sabrina

4 Antworten to “{Rezension} Layers | Ursula Poznanski”

  1. Vanessa M. 25. September 2015 um 12:07 #

    Hallo Liebes,

    Wie schön, dass dir das Buch auch so gut gefallen hat 🙂

    Liebe Grüße, Vanessa

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  2. Kastanies-Leseecke 26. September 2015 um 19:50 #

    Mir fehlen ein paar kleine Auflösungen – nur kann ich die jetzt hier nicht reinschreiben, will ja nicht spoilern 😉
    Wer es trotzdem wissen möchte, hier der link zu meinem Beitrag im Büchertreff, dort konnte ich ja an der Leserunde teilnehmen:
    http://www.buechertreff.de/thread/87453-teil-3-kapitel-24-bis-35-seiten-298-445-%E2%80%8B/?postID=1672326#post1672326
    Für mich war es auch ein 4 Sterne Buch 🙂

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  3. Henrik 16. April 2017 um 08:35 #

    Hallo Sabrina!

    Tolle Rezension zu dem Buch. Es war mein erstes Buch von der Autorin und ich hab mir ein bisschen schwerer damit getan. Nach dem ich einige Stimmen dazu gelesen habe, ist deine Meinung erst dir zweite positive zu dem Buch. Aber das gibt mir Hoffnung, dass die anderen Werke besser sind. „Saeculum“ wartet schon auf mich.

    Liebe Grüße
    Henrik

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Trackbacks/Pingbacks

  1. Mein Wort zum Sonntag #18 - 22. Mai 2017

    […] Sabrina von den Bookwives teile ich mir einen überaus ähnlichen Lesegeschmack. Jetzt hat sie „Layers“ von Ursula Poznanski gelesen und rezensiert und da das Buch bei mir noch auf der Wunschliste dümpelt, notiere ich mir […]

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