{Rezension} Elias & Laia. Die Herrschaft der Masken | Sabaa Tahir

16 Mai

Autor: Sabaa Tahir
Titel: Elias & Laia. Die Herrschaft der Masken
(OT: An Ember in the Ashes)
Seitenzahl: 507 Seiten
Verlag: One
ISBN: 978-3-8466-0009-2
Veröffentlichung: 15. Mai 2015
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„Mein Bruder wehrt sich noch immer; seine Schreie fahren mir durch Mark und Bein. Da weiß ich, dass ich sie immer und immer wieder hören werde, ihr Echo wird Stunde um Stunde und Tag um Tag bei mir sein, bis ich tot bin oder es wiedergutmache. Ich weiß es.
Und dennoch fliehe ich.“ (Seite 31, Laia)

Laias Familie lebt unter der Herrschaft der Masken. Einiges Tages wird ihre Familie ermordet und ihr Bruder verhaftet. Ihm droht der Tod. Und wenn sie ihn retten will, hat sie nur eine Chance: sich dem Widerstand anschließen und vorzugeben, sie sei eine Sklavin. Denn so schafft sie es nach Schwarzkliff, wo die Masken ausgebildet werden und die Regierung sitzt.
Elias wird zum Elite-Krieger ausgebildet. So wie alle anderen absolviert er ein hartes Trainingsprogramm und übt Gehorsam gegenüber den Anführern.
Als Elias und Laia aufeinander treffen, ändert sich für beide alles…

„Frei, uns zum Dienst zu melden als ausgebildete Knechte des Imperiums; danach werden wir unsere Männer in die endlosen Grenzkriege mit Wilden und Barbaren und in den Tod führen. Diejenigen von uns, die nicht an die Grenze beordert werden, erhalten ein Stadtkommando, um Widerstandskämpfer oder Marinenspitzel zu jagen. Ja, wir werden frei sein. Frei, zu vergewaltigen und zu töten und dem Imperator zu huldigen.
Seltsam, dass das so gar nicht nach Freiheit schmeckt.“ (Seite 55, Elias)

Der Einstieg in die Geschichte gelang mir richtig gut und schnell. Sofort habe ich gemerkt, dass es im Buch „zur Sache“ gehen wird. Den schon die ersten Seiten verheißen nichts Gutes…

Laias Familie wird von den Maskenmännern überfallen. Ihr Bruder Darin wird beschuldigt, sich den Widerstandsrebellen angeschlossen zu haben und ins Gefängnis gebracht. Sie hatte keinen Mut, ihm in dem Moment zu helfen. Doch sie beschließt, dass sie alles dafür tun muss, ihn wieder zu befreien. Also wendet sie sich an die Rebellen. Der Anführer Mazen verspricht, zu helfen. Doch die Mission, die sie erfüllen soll, ist bereits von Anfang an zum Scheitern verurteilt…

Elias wird als Maskenmann in Schwarzkliff ausgebildet. Diese harte Ausbildung überstehen nur die tapfersten, stärksten und klügsten Soldaten. Doch so hart er äußerlich auch sein mag: sein Kern ist anders. Und man merkt von Beginn an, dass er sich in dem strengen Regime nicht ganz wohl fühlt. Seine innere Zerrissenheit ist greifbar. Während er nach außen den Schein wahren muss, tobt in seinem Inneren ein Kampf.
Seine beste Freundin ist Helena. Die einzige Frau, die diese Ausbildung genießt. Doch davon darf man sich nicht täuschen lassen. Sie hat mehr Eier, als so mancher Kerl in Schwarzkliff. 😉

„Alle Schönheit der Sterne bedeutet nichts, wenn das Leben hier auf der Erde so hässlich ist.“ (Seite 257, Laia)

Die Charaktere sind von der Autorin hervorragend ausgearbeitet. Sie sind vielschichtig und oftmals so verschieden wie Feuer und Wasser, und doch ergänzen sie sich und die Story wunderbar.
Der Plot ist unglaublich! Die Geschichte ist einfach wirklich gut! Spannend, voll unvorhersehbarer Wendungen und Ereignisse. Die Prüfungen,die in Schwarzkliff auf die Soldaten warten, sind unglaublich perfide und grausam.
Die Autorin hat mich an einigen Stellen an den Rand der Verzweiflung getrieben und mich in die Irre geführt. Ich hatte Herzklopfen vor Spannung! Einige Stellen erinnerten mich an „Game of Thrones“ bzw. „Das Lied von Eis und Feuer“. Beide haben keine Probleme damit, Charaktere sterben zu lassen. (Ein ganz kleiner Kritikpunkt: zwei Charaktere ähnlich zu nennen – hier Darin und Darien – finde ich nicht so gelungen. Auch wenn Letzterer kurzzeitig vorkommt.)
An vielen Stellen legt sie richtige Härte an den Tag. Um in anderen Szenen wieder Gefühle und sanfte Worte, mit weichzeichnenden Vergleichen, zu bringen. Dieser Kontrast ist richtig gut gelungen.
Das Setting gefällt mir richtig gut. Durch das packende Vorwort der Autorin, stelle ich mir vor, dass die Geschichte in Kashmir spielt. Im pakistanischen Teil. Ich habe dazu auch eine Bilder im Internet gefunden und muss sagen, dass das mit meinen Vorstellungen überein geht.
Die Geschichte ist noch als Standalone geplant. Damit kann man mit dem Ende leben. Man könnte sich aber auch noch ein weiteres Buch wünschen, welches wunderbar hieran anknüpfen könnte.

„Elias & Laia“ von Sabaa Tahir gehört für mich jetzt schon zu DEM Highlight des Jahres 2015! Bei gehypten Büchern bin ich vorsichtig. Doch in diesem Fall wird es dem Hype voll und ganz gerecht.
Wer von euch eine spannende und mitreißende Geschichte in einem etwas exotischeren Setting möchte, der wird an diesem Buch auf gar keinen Fall vorbei kommen. Aber Achtung: ihr dürft nicht zu zimperlich sein. An vielen Stellen geht es doch brutal und hart zur Sache.
Wenn ich könnte, würde ich hier 10 Herzen vergeben! Wenn ihr nur ein Buch in diesem Monat lest, dann „Elias & Laia“!

„Es gefällt mir, dass sie sich meiner Mutter widersetzt hat, um aufs Mondfest zu gehen, während Helena der Kommandantin stets gehorcht. Laia ist der wilde Tanz um das Feuer der Stammesleute, Helena das kalte Blau der Flamme eines Alchemisten.“ (Seite 346, Elias)

5 Herzen

SaCre

4 Antworten to “{Rezension} Elias & Laia. Die Herrschaft der Masken | Sabaa Tahir”

  1. Friedelchen 18. Mai 2015 um 15:47 #

    Word! Auch für mich jetzt schon das Jugendbuch des Jahres! Obwohl, Teil 3 der Angefall-Reihe wartet ja noch auf mich… 😉
    Gerade das Brutale hat mir gefallen (wie das klingt:-P), ich kann es nicht ab, wenn Jugenddystopien so weichgespült sind. Hier war es genau richtig und hat für eine richtig packende Atmosphäre gesorgt.

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