Die Schwere des Lichts [Rezension]

8 Jun
Die Schwere des Lichts
 
Titel: Die Schwere des Lichts
Autor: Patti Callahan Henry
Seitenzahl: 313
ISBN: 978-3-7466-2955-1
Verlag: Aufbau Taschenbuch
Veröffentlichung:  15. April 2013
Leseprobe
 

Zum Inhalt:

Ellie ist Mutter und Ehefrau, lieben tut sie ihren Mann aber nicht mehr. Dies ist ihr auch schon bewusst, bevor sie auf der Trauerfeier für ihre Mutter Lillian ihre Jugendliebe Hutch wiedersieht. Dieser bittet Ellie um Hilfe, um die Ausstellung, an der er zusammen mit ihrer Mutter gearbeitet hat, beenden zu können. Als Ellie dann auch noch das geheime Tagebuch von Lillian findet, in dem sie von einer geheimen Liebe berichtet, und Hutch und Ellie sich während der Recherchen wieder näher kommen, ist nichts mehr so, wie es einmal war.

„Wir treffen alle unsere Entscheidungen und leben dann damit.
Wir alle.“
(Seite 13)

Meine Meinung:

Dieses Buch bietet dem Leser nicht bloß eine Geschichte. Es sind vielmehr drei, die sich nach und nach zu einem großen Ganzen zusammenfügen. Im Vordergrund stehen die Geschehnisse in der Gegenwart. Ellie musste gerade ihre Mutter Lillian zu Grabe tragen und trifft ihre alte Jugendliebe Hutch wieder. Die Geschichte wird aus Ellies Sicht geschildert und sie erinnert sich zwischendurch oft an die Zeit zurück, als sie noch mit Hutch zusammen war – die zweite Geschichte. Den dritten Teil bilden Auszüge aus dem Tagebuch von Ellies Mutter, das sie nach der Beisetzung findet.

„Scheidewege. Wir alle gehen darauf zu und wissen häufig erst im Nachhinein, dass wir vor einem solchen gestanden haben.“
(Seite 142)

Patti Callahan Henry hat diese drei Ebenen der Story harmonisch miteinander verschmelzen lassen. Ellies Erinnerungen an ihre damalige Zeit mit Hutch fügen sich nahtlos in die übrige Erzählung ein. Die Tagebuchauszüge stehen zwar am Ende der Kapitel für sich alleine, wirken aber trotzdem nicht störend. Gute Laune verströmt dieses Buch nicht gerade, aber genau das passt gut zu der Geschichte. Bei mir hat es allerdings eine Zeit lang gedauert bis ich das erkannt habe, denn auf den ersten Seiten hatte ich doch ein wenig mit dem, für mich schwermütig wirkenden, Schreibstil zu kämpfen. Nach und nach passten Geschichte und Schreibstil für mich aber immer besser zusammen, und schließlich habe ich die Schönheit und Bedeutung der gewählten Worte doch erkannt.

„Das Verlangen nach Hutch hatte mir einmal so tief in den Knochen gesteckt, dass es nicht nur Teil von mir, sondern zu meinem Ich geworden war. Aber die Frau war ich nicht mehr. Jetzt war ich seit über zwanzig Jahren mit Rusty Calvin verheiratet. Ich war Ehefrau. Und Mutter.“
(Seite 20/21)

Ellie muss viele Kämpfe ausfechten, die sie innerlich fast zu zerreißen scheinen. Die Botschaft dieses Buches ist eine ganz besondere, wie ich finde und die Autorin konnte diese sehr gut auf Ellie projizieren. Es geht um Entscheidungen, die man im Nachhinein bereut. Gelegenheiten, die man hat verstreichen lassen. Worte, die man besser nicht gesagt hätte. Zweite Chancen, die sich einem bieten, wenn man in der Lage ist, diese als solche zu erkennen.

Der deutsche Titel trifft den Kern des Buches nicht so gut, wie der amerikanische („Coming up for Air“). Dieser bezieht sich auf ein im Buch sehr schön und bildhaft beschriebenes Naturphänomen namens Jubilee, bei dem Fische, Krebse und Co. an die Wasseroberfläche kommen, weil der Sauerstoff unter Wasser nicht zum Atmen ausreicht. Und genau so fühlt sich für Ellie ihr Leben an. Als Leser begleitet man Ellie an die Oberfläche und ist dabei, wenn sie langsam wieder anfängt Luft zu bekommen.

Die Geschichte rund um Ellie, Hutch und Lillian bietet viele schöne und berührende Momente und sorgt für zu Herzen gehende Lesestunden. Und auch wenn mir für die vollen fünf Herzen irgendwas gefehlt hat, kann ich dieses Buch guten Gewissens weiterempfehlen.

„Die Entscheidungen, die wir mit einem gebrochenen Herzen treffen, sind manchmal die schlimmsten.“
(Seite 174)

4 HerzenSaFi

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