{Rezension} Die Auslese. Nichts vergessen und nie vergeben (The Testing Trilogy #2) | Joelle Charbonneau

16 Jan

Die Auslese von Joelle Charbonneau

Autor: Joelle Charbonneau
Titel: Die Auslese. Nichts vergeben und nie vergessen
(OT: Independent Study)
Seitenzahl: 416 Seiten
ISBN: 978-3-7645-3118-8
Verlag:  Penhaligon
Veröffentlichung: 19. Januar 2015
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„Wenn ich Obidiah nicht gesehen hätte, als er vom Universitätsgelände abtransportiert wurde, wenn ich nicht meinem eigenen Bericht über die Auslese gelauscht hätte, dann hätten mich ihre Worte in Sicherheit gewiegt.“ (Seite 100)

Cia hat die Auslese erfolgreich überstanden, überlebt muss man eigentlich sagen. Doch immer wieder hört sie sich ihre Aufzeichnungen auf dem Kommunikator an und fragt sich, was das zu bedeuten hat und ob dies real sein kann? Die Medikamente, die sie das Prozedere und Geschehen während der Auslese vergessen lassen sollten, haben bei ihr nicht vollständig gewirkt.
Gemeinsam mit Tomas wird sie in Tosu Stadt an der Akademie aufgenommen und muss sich erneut einem Test stellen. Dieser entscheidet über ihre Zukunft. Cia wird dem Ressort Politik zugeteilt. Auch wenn sie eigentlich nicht dorthin wollte: es kann ihre Chance sein, daran zu arbeiten, dass die Auslese in Zukunft abgeschafft wird.
Wieder einmal erhält sie Hilfe von Michal, der ihr schon während der Auslese zur Seite stand. Er warnt sie vor gewissen Leuten und macht ihr Hoffnung, dass auch weitere Personen Interesse daran haben, dass System zu ändern.

„Nach jedem Traum schrecke ich hoch, sitze aufrecht in der Dunkelheit und versuche herauszufinden, ob der Geruch von Blut und das Geräusch von einer Kugel, die aus einem Gewehrlauf schießt, bloße Albträume sind oder vielleicht Erinnerungen an die Auslese, die sich tief in mein Unterbewusstsein eingebrannt haben.“ (Seite 286/287)

Die meisten wissen ja, dass Band 1 mich richtig umgehauen hat. Allerdings erschien dieser im August 2013 – daher habe ich erst einmal meine Notizen von damals durchgelesen. Doch an das meiste konnte ich mich noch erinnern. 🙂
So gelang mir der Einstieg in die Fortsetzung leicht. Direkt war ich wieder in Cias Leben integriert und konnte an ihren Zweifeln teilhaben. Ist die Aufnahme auf dem Kommunikator wirklich echt? Wem kann sie trauen? Kann sie überhaupt jemandem trauen?

Als Leser weiß man mehr als die Protagonistin. Daher war ich mir ziemlich sicher, wem Cia – und damit auch indirekt ich – trauen kann und wem nicht. Ihre Zweifel konnte ich dadurch natürlich nicht zu 100% nachvollziehen. Das hat für mich die Spannung ein bisschen rausgenommen.
Als sie dem Politik-Ressort zugeteilt wird, ist sie erst einmal unglücklich. Schließlich wollte sie dort nicht hin. Außerdem wird sie das Gefühl nicht los, dass mit Professor Holt und Dr. Barnes etwas nicht stimmt. Beide benehmen sich ihr gegenüber seltsam und lassen auch entsprechende Bemerkungen fallen. Sie fühlt sich beobachtet, da ihr auch deutlich mehr Aufgaben nach der „Einweisung“ aufgebürdet werden, als anderen Studenten.
Zu Tomas hat sie weiterhin eine enge Verbindung, die aber im Laufe der Geschichte etwas ins Bröckeln gerät. Dies ist auch bedingt dadurch, dass sie sich an Geschehnisse der „Auslese“ erinnern kann.
Einzig Michal scheint eine wirkliche Konstante in diesem ganzen Konstrukt zu sein.

Die Spannung ist hier auf einem niedrigeren Level, als im ersten Teil. Unterschwellig ist sie die ganze Zeit vorhanden, mit einigen Spitzen hier und da, doch die Atemlosigkeit, die ich beim Lesen des Auftakts verspürt habe, setzte hier nicht ein. Die Geschichte liest sich gut, gar keine Frage. Die Seiten fliegen so durch die Finger und als Leser möchte man auch einfach immer weiter lesen. Doch dieses ganz besondere Gefühl, diese Ruhelosigkeit. fehlte hier.
Sprachlich macht Autorin Joelle Charbonneau das sehr gut. Desweiteren schickt sie viele neue Charaktere ins Rennen (Mitstudenten), die teilweise Cias Weg beeinflussen und so neuen Schwung und auch ein paar Fragezeichen in die Geschichte bringen. Zu lesen, was „versagen“ bedeutet, nämlich dass der Betreffende daraufhin „abgezogen“ und offiziell in die Kolonien geschickt wird (inoffiziell sieht das natürlich anders aus…), hat mich mit einigen Studenten mitleiden lassen.
Für die Belastungen, denen die Jugendlichen ausgesetzt werden, hat die Autorin sich einiges einfallen lassen. Der Leistungsdruck ist allgegenwärtig.

Zum Ende hin nimmt die Geschichte noch einmal richtig Fahrt auf. Dies war für mich der deutlich spannendste Teil des Buches. Außerdem hat sie eine große Wendung eingebaut, die das Ende in einen fiesen Cliffhanger verwandelt. Ich muss nun (SOFORT!) wissen, wie es weiter geht. Ich hoffe, dass wir nicht zu lange warten müssen. Ansonsten muss ich es im Original lesen.

„Die Auslese. Nichts vergessen und nie vergeben“ ist für mich spannungsmäßig schwächer als der Auftakt. Die Autorin schafft es trotzdem, durch eine interessante, wendungsreiche Geschichte und ihren sehr angenehmen Schreibstil zu punkten. Sie hat es wieder einmal geschafft, mich an ihr Buch zu fesseln.
Für Fans des ersten Buches ein Muss. Die Reihe kann ich Genre-Fans einfach nur ans Herz legen.

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
Reiheninfo:
0.5 The Testing Guide
1. The Testing // Die Auslese. Nur die Besten überleben
2. Independent Study // Die Auslese. Nicht vergessen und nie vergeben
3. Graduation // ?
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

4

SaCre

8 Antworten to “{Rezension} Die Auslese. Nichts vergessen und nie vergeben (The Testing Trilogy #2) | Joelle Charbonneau”

  1. Anja 16. Januar 2015 um 06:39 #

    Tja damit ist es nun offiziell. Ich muss die Forsetzung einfach haben! Mir hat der Auftakt schon gefallen, aber nach der langen Zeit, hatte ich die Reihe ein bisschen aus den Augen verloren und mir gesagt, dass ich nur weiterlese, wenn es sich auch wirklich lohnt. Nunja ^^ … die zweite Rezi, die beweist, dass es sich auf jeden Fall lohnt. Also wird das Buch bei mir einziehen.
    Bin echt gespannt.

    LG
    Anja

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    • bookwives 17. Januar 2015 um 12:49 #

      Liebe Anja!
      Das ist eine sehr gute Entscheidung. Und da sie jetzt offiziell ist, musst du es lesen. 😉
      Viel Spaß und lass mich deine Meinung wissen.

      LG
      SaCre

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  2. Friedelchen 16. Januar 2015 um 15:41 #

    Ich werde wohl nicht mehr auf die deutsche Ausgabe warten, dazu liebäugle ich einfach schon zu lange mit der englischen Ausgabe.
    Gerade diese unterschwellige Spannung und der Leistungsdruck haben mir gut gefallen. Es soll ja schließlich nicht auch nochmal exakt dasselbe wie in Teil 1 sein 😉

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    • bookwives 17. Januar 2015 um 12:50 #

      Da hast du recht, Liebes!
      Ich würde am liebsten nun auch den letzten Teil im Original lesen. Im Regal selber würde das Buch dann aber nicht zu den deutschen Ausgaben passen… :/

      LG

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  3. _-Cinderella-_ 16. Januar 2015 um 16:03 #

    Huhu 🙂
    Das Buch möchte ich auch noch unbedingt lesen. Nächste Woche sollte es bei mir ankommen und dann wird es sehr, sehr bald verschlungen. Hoffentlich ist die Wartezeit auf den Abschluss nicht so lange.

    Liebe Grüße
    Jenny

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    • bookwives 17. Januar 2015 um 12:52 #

      Hallo Jenny!

      Ich wünsche dir ganz viel Spaß und bin auf deine Meinung gespannt.
      Drücken wir die Daumen, dass der Abschluss nicht zu lange auf sich warten lässt.

      LG
      SaCre

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