Im Gespräch mit… Florian Tausch

20 Jun

Vor kurzem hat SaFi „Und es hat Om gemacht“ von Florian Tausch gelesen und rezensiert. Und nun hatten wir die Möglichkeit, dem Autor ein paar Fragen zu stellen. Hier seine Antworten:

Florian Tauch 1 - © Peter von Felbert

© Peter von Felbert

  • Bitte stelle dich unseren Lesern kurz vor.

Berlin, Saigon, Berlin, Saigon, München. Das waren meine letzten geografischen Stationen. Es ging für mich lange hin und her. Auch beruflich pendelte ich zwischen verschiedenen Bereichen. Insgesamt war mein Leben bisher ein erlebnisreicher Weg, und das spiegelt sich hoffentlich auch in meinen Büchern wider. So musste ich mir beispielsweise für meinen ersten Roman „Miss Saigon, der Hund, der Japaner und ich“ nicht ausdenken, dass die Hauptfigur an ein und demselben Tag seinen Job, seine Wohnung und seine Freundin verliert – ich hatte es selber so erlebt …

  • In deinem aktuellen Buch „Und es hat Om gemacht“ geht um Yoga. Hast du auch Erfahrungen damit? Bist du selbst ein Yogi?

Das neue Buch ist sicher weniger autobiografisch als der Erstling. So habe ich meinen ersten Yoga-Kurs erst absolviert, als ich mich auf das Schreiben vorbereitet habe. Aber ich hätte das Thema nicht angefasst, wenn ich mich nicht dafür interessieren würde: Seit meiner Jugend habe ich mich mit östlichen Religionen und Lebensphilosophien beschäftigt, außerdem einige Jahre die chinesische Kampfkunst Wushu betrieben. Und auch die Zeit in Asien hat meinen Blick auf diese Dinge sicher geschärft.

  • Gibt es Parallelen zwischen Viktor, dem Hauptakteur aus „Und es hat Om gemacht“, und dir?

Nein, ich musste jedenfalls nicht so eine dramatische Wandlung durchlaufen, um mich den Themen Yoga und östliche Religionen zu öffnen. Und ich bin leider auch weder so ein begnadeter Koch wie er, noch habe ich jemals dermaßen abgefahrene Visionen entwickelt …
Nachdem die Hauptfigur im ersten Buch eher autobiografisch angelegt war, hat es mich gereizt, aus einer völlig anderen Perspektive zu schreiben.

  • Du hast vier Jahre in Vietnam gearbeitet und wurdest dadurch zu deinem Debütroman „Miss Saigon, der Hund, der Japaner und ich“ inspiriert. Was genau hat dich dazu inspiriert?

Ich habe damals unter ausgesprochen obskuren Umständen meine jetzige Frau kennengelernt. Später habe ich für ein Männer-Magazin Kolumnen geschrieben, in der ich viele Erlebnisse aus dem Themenkreis „interkontinentale Liebe “ habe einfließen lassen. Am Ende hat mich ein Literaturagent darauf gebracht, dass dies ein guter Buchstoff wäre.

  • Wie sieht dein Schreib-Alltag aus?

Schreib-Alltag. Das hört sich für mich zu groß an, denn es ist ja nicht mein Hauptberuf. Ich bin seit drei Jahren Chefredakteur vom SkiMagazin. Das hat zwar auch viel mit Sprache und Texten zu tun, aber auch viel mit Planung, Organisation und Abstimmung. Was man sich unter dem klassischen Schreib-Alltag eines Schriftstellers vorstellt, das habe ich nur zeitweise erlebt: Da es schwer war, neben dem Job und der Familie an „Und es hat Om gemacht“ zu arbeiten, habe ich mich immer mal wieder ein, zwei Wochen auf eine Tiroler Hütte zurückgezogen. Da war ich wirklich ungestört.

© Peter von Felbert

© Peter von Felbert

  • Liest du selbst auch gerne? Wenn ja, was/wen?

Ja, es gab immer Bücher oder Autoren, die mir sehr wichtig waren. In jüngeren Jahren war das Hermann Hesse. Oder auch Philippe Djian. Dann natürlich Murakami. Was Sprachwitz angeht, so habe ich sicher bei Tibor Fischer einmal genauer hingesehen.

  • Wer oder was inspiriert dich?

Inspiration – das hört sich für mich so sehr nach einer Muse an, oder nach einem anderen Einfluss, ohne den man nicht kreativ sein könnte. Aber das ist nicht so. Ich setze mich hin und sammele Ideen, male mir Situationen aus, die für den Leser interessant oder unterhaltsam sein könnten. Ich überlege mir, wie die Geschichte laufen könnte, was die wichtigen Eckpunkte sind. Während des Schreibens kommen einem ständig neue Ideen, oft ergibt sich das eine erst aus dem bereits geschriebenem. Woher das alles kommt? Das meiste hat seinen Ursprung bestimmt in ganz kleinen Details, die man im Alltag aufschnappt.

  • Was bereitet dir Freude?

Ich könnte jetzt vom Lachen meiner Tochter anfangen, oder von irgendwelchen Reisen und Freundschaften. Aber das sind ja nur Mosaiksteine vom großen Ganzen. Ich bin Optimist. Ich finde das Leben toll. Also: Das Leben bereitet mir Freude. Naja, meistens …

  • Welche drei Dinge würdest du mit auf eine einsame Insel nehmen?

Ich hoffe, dass ich nie ernsthaft vor diese Wahl gestellt werde!

  • Was können wir in nächster Zukunft von Dir erwarten? Ist ein neues Buch von dir in Planung?

Im Augenblick sitze ich an keinem neuen Buch – und das genieße ich. Denn es ist wirklich viel Arbeit und mit Familie und Beruf nur schwer zu vereinen. Aber kürzlich hat es mich schon wieder in den Fingern gejuckt und ich habe mir einige Szenarien ausgemalt. Mal schauen, ob sich daraus nicht noch etwas entwickelt. Einen passenden Titel hätte ich schon …

Florian Tauch 4 - © Peter von Felbert

© Peter von Felbert

Wir bedanken uns bei Florian Tausch, dass er sich dazu bereit erklärt und sich die Zeit genommen hat, unsere Fragen zu beantworten. 🙂 Wer mehr über den Autor, seine Bücher und Reportagen erfahren möchte, sollte sich mal auf seiner Homepage umschauen – es lohnt sich.

Die Bilder stammen von der Autoren-Seite des Goldmann Verlages. Das Copyright liegt bei dem angegeben Fotografen.

Miss Saigon, der Hund, der Japaner und ichUnd es hat Om gemacht von Florian Tausch

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