[Rezension] Das Geheimnis von Ella und Micha | Jessica Sorensen

2 Nov
1 Buch - 2 Meinungen
Das Geheimnis von Ella und Micha - Jessica Sorensen

Das Geheimnis von Ella und Micha – Jessica Sorensen

 Titel: Das Geheimnis von Ella und Micha (Ella und Micha 1)
Autor: Jessica Sorensen
Seitenzahl:
288
Verlag: 
Heyne
ISBN: 978-3-453-41772-4
Veröffentlichung: 11. November 2013
Leseprobe

Zum Inhalt:

Ella liebt Micha, und Micha liebt Ella – es könnte so einfach sein. Doch Ella will mit ihrem alten Leben, das es nicht immer gut mit ihr gemeint hat, endlich abschließen. Sie zieht in eine andere Stadt, beginnt mit dem College und will alles vergessen. Vor allem auch Micha. Doch die Vergangenheit lässt sie nicht los, und ihre Gefühle sind stärker als jede Vernunft…

Meinung – SaCre:

„Er weiß, was ich sagen will – das weiß er immer. Micha ist mein bester Freund, mein Seelenverwandter. In einer idealen Welt voller Rosen und Sonnenschein wären wir zusammen. Doch diese Welt ist voll von kaputten Familien, besoffenen Vätern und Müttern, die zu schnell aufgeben.“ (Seite 7)

Micha und Ella sind ein Phänomen: sie können nicht miteinander, aber auch nicht ohne. Ella hat versucht, ihrem alten Leben zu entfliehen. Das hat auch funktioniert. Für 8 Monate. So lange war sie weg von Micha, ihrer Familie und ihrer Vergangenheit. Sie ist einfach abgehauen. Und Micha drohte daran zu zerbrechen.

In die Geschichte findet man als Leser schnell hinein. Man erfährt, dass Ella etwas passiert ist. Aber was, das bleibt erst einmal ein Geheimnis.
Was mir von Anfang an aufgefallen ist: wie abhängig die beiden doch voneinander sind. Insbesondere Micha von Ella. Sein Leben scheint während ihrer Abwesenheit pausiert zu haben. Dass er sein Leben in der Zeit so aufgegeben hat, fand ich auf der einen Seite doch übertrieben.
Andererseits… genau das macht auch den Reiz dieser Geschichte aus. Die beiden sind wie Feuer und Wasser oder zwei gleichgepolte Magnete. Und doch brauchen sie einander. So sehr, dass es schmerzt, wenn der andere nicht da ist.
Die Kapitel sind unterteilt und jeweils abwechselnd aus ihrer und seiner Sicht geschrieben. So lernt man beide Hauptpersonen als Leser sehr gut kennen und erfährt viel über ihre Gefühle und Ängste.

Beide haben Geheimnisse aus der Vergangenheit. Und beide sind sehr vielschichtige und komplizierte Charaktere. Ella kann keine Nähe zulassen. Auch ihrer Mitbewohnerin Lila gegenüber kann sie sich nicht öffnen. Sie liebt das Risiko und die Gefahr. Micha kann nicht loslassen. Auch er liebt Risiko und Gefahr, braucht ab und zu einen Kick.

„Das war einer der Gründe, aus denen ich mich in sie verliebte: die Energie, die Leidenschaft und der Drang, sich für Außenseiter einzusetzen, selbst wenn es bedeutete, selbst zur Ausgestoßenen zu werden. Sie fiel nie in irgendeine Kategorie, war eben Ella,…“ (Seite 30)

Die Geschichte liest sich gut und hat mich unterhalten. Die Idee der Geschichte ist gut, ebenso die Ausführung. Die Abhängigkeit fand ich allerdings etwas übertrieben und ab und zu hatte ich das Gefühl, dass es ein bisschen zu viel des Guten war. Nichtsdestotrotz bin ich gespannt, wie es im zweiten und letzten Teil mit den beiden weiter geht. Haben ihre tiefen Gefühle eine Chance? Wir werden sehen. Das „Wir gegen die Welt“ Gefühl kam auf jeden Fall bei mir an.

3,5

Meinung – SaFi:

Bereits der Einstieg in die Geschichte gestaltet sich ziemlich emotional. In dem einen Augenblick steht Ella noch auf einer Brücke und ist felsenfest davon überzeugt, dass sie fliegen kann. Im nächsten küsst sie Micha und kehrt ihrer Heimatstadt – ihrem alten Leben – den Rücken, bevor sie acht Monate später, in den College-Sommerferien, wieder zurückkehrt und alles zwar noch irgendwie so wie früher ist, gleichzeitig aber auch komplett anders.

„Er weiß, was ich sagen will – das weiß er immer. Micha ist mein bester Freund, mein Seelenverwandter. In einer idealen Welt voller Rosen und Sonnenschein wären wir zusammen. Doch diese Welt ist voll von kaputten Familien, besoffenen Vätern und Müttern, die zu schnell aufgeben.“ (Seite 7)

Die Freundschaft der beiden, dass wird ziemlich schnell klar, geht über das normale Maß weit hinaus. Neben der unausgesprochenen Liebe für einander, verbindet die beiden eine Art Abhängigkeit, die sich daraus ergibt, dass sie für den jeweils anderen in der Vergangenheit der einzige Halt waren und aktuell auch immer noch sind. Sonst gibt es da niemanden, der diese Rolle übernehmen könnte. Ella und Micha müssen auf ihren jungen Erwachsenenschultern bereits schwere Lasten tragen. An Dramatik sind die Ereignisse der Vergangenheit – und auch die der Gegenwart – zwar kaum zu überbieten, wirken aber dennoch nicht an den Haaren herbeigezogen, sondern ziemlich real und dadurch beklemmend.

„Mit acht und neun Jahren war unser Leben ein stabiles Ganzes, nicht in tausend Teile zerbrochen.“(Seite 71)

Die Darstellung von Ella und Micha ist Jessica Sorensen gut gelungen. Ihre Gedanken, Wünsche, Ängste, Hoffnungen und Gefühle bringt sie – abwechselnd aus der Sicht von Ella und Micha – schnörkellos und einnehmend zu Papier. Sie verzichtet in ihrer Geschichte fast gänzlich auf überflüssigen Kitsch. Kommt dieser aber dennoch mal vor, dann wohl portioniert und einfach schön zu lesen. Abgerundet wird die Geschichte durch die ebenfalls gut ausgearbeiteten Nebencharaktere.

Auch wenn die Frage, ob Ella und Micha am Ende tatsächlich mehr werden als bloß beste Freunde durch die Tatsache, dass es mit „Für immer Ella und Micha“ in Kürze ein Fortsetzung geben wird, schon beantwortet zu sein scheint, kam bei mir während des Lesens keine Langeweile auf. Dafür hat mich die Geschichte der beiden – in der Vergangenheit und der Gegenwart – einfach zu sehr berührt. Ich habe mit ihnen gelitten, gehofft und geliebt.

»Ich will nicht, dass du aufhörst, dein Leben zu leben, weil ich nicht mehr hier bin.«
»Und ich will nicht, dass du woanders bist als hier.« (Seite 89)

Jessica Sorensen hat mich in „Das Geheimnis von Ella und Micha“ auf eine intensive Achterbahnfahrt der Gefühle mitgenommen, die von schweren Schicksalsschlägen und tiefen Emotionen geprägt war und mein Herz fast die ganze Zeit über im Klammergriff gehalten hat.

4,5

8 Antworten to “[Rezension] Das Geheimnis von Ella und Micha | Jessica Sorensen”

  1. Martina Bookaholic 4. November 2013 um 08:15 #

    Mir hat das Buch eigentlich auch ganz gut gefallen, aber ich denke, ihr beide wart davon doch mehr begeistert als ich. Besonders der Anfang hat mich irritiert, weil mir der Schreibstil überhaupt nicht gefallen hat… jeder zweite Satz hat mit Ich/ Sie/ oder den Namen angefangen. Aber dann wurde es besser und auch Micha war ein Highlight. 🙂
    LG Tina

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    • bookwives 4. November 2013 um 08:28 #

      Guten Morgen Tina,

      um ehrlich zu sein: ich tu mich jetzt noch schwer damit, die „richtige“ Anzahl Herzen zu vergeben… So im Nachhinein wären es wohl eher glatt 3 geworden…
      LG, SaCre

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      • Martina Bookaholic 4. November 2013 um 08:31 #

        Ja, es war ein komisches Buch… es hat sich schnell lesen lassen und man bekam auch ein Kribbeln bei den Figuren, durch die gute Chemie… aber es gab auch einiges zu bemängeln, find ich. Habe auch genau 3 Punkte vergeben 🙂

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        • bookwives 4. November 2013 um 08:32 #

          Hehe, das stimmt… Für mich war einfach dieses „ohne dich kann ich nicht leben“ etwas übertrieben. Aber ok, das ist halt Geschmackssache. 😉
          SaCre

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  1. [Rezension] Für immer Ella und Micha | Jessica Sorensen | Bookwives - 16. Januar 2014

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