[Rezension] Aus tiefster Seele | Samantha Hayes

29 Jun

Aus tiefster Seele von Samantha Hayes

Titel: Aus tiefster Seele
Autor: Samantha Hayes
Seitenzahl: 448 Seiten
Verlag: Blanvalet
Genre: Psychothriller

ISBN: 978-3-442-38257-6
Veröffentlichung: 19. Mai 2014

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Zum Inhalt:

Claudia ist glücklich als Frau des Navy-Offiziers James und Stiefmutter seiner beiden kleinen Söhne. Nun erwarten die Eheleute ihr erstes gemeinsames Kind und das Glück scheint vollkommen.
Da James berufsbedingt viel unterwegs ist, entscheiden sich die beiden, eine Nanny einzustellen, damit Claudia ein wenig Unterstützung mit den bald drei Kindern hat. Zoe erscheint mit ihren guten Referenzen perfekt für diese Aufgabe und erweist sich zunächst auch als echter Glücksgriff. Doch Claudia hat von Anfang kein Gutes Gefühl dabei, eine Fremde im Haus zu haben, und es keimen erste Zweifel an der Nanny in ihr auf, die verstärkt werden, als sie sie in ihrem Schlafzimmer erwischt.
Währenddessen hat Detective Inspector Lorraine Fisher alle Hände voll zu tun, als jemand beginnt, schwangeren Frauen schreckliche Gewalt anzutun – eine Frau und ihr ungeborenes Baby sind bereit gestorben, eine weitere Frau überlebt schwer verletzt, ihr Baby jedoch nicht. Wer wird das nächste Opfer sein?

Meine Meinung:

„Aus tiefster Seele“ hat mich aufgrund des Originaltitels „Until You’re Mine“ und des Klappentextes neugierig gemacht. Die Idee dahinter schien mir perfekt für einen Psychothriller. Meine Erwartungen wurden zum Teil erfüllt, doch es gab auch einige Schwachstellen. Und so fällt meine Meinung insgesamt zwiegespalten aus.

Das Grundgerüst der Geschichte rund um Claudia und Zoe steht prinzipiell auf einem soliden Fundament: Eine schwangere Frau stellt eine Nanny ein, um nach der Geburt Hilfe mit den dann insgesamt drei Kindern zu haben. Diese Nanny wünscht sich den geschriebenen Worten zufolge auch sehnlichst ein Kind und kommt einem mit der Zeit durch einige Situationen im Zuge ihrer Anstellung nicht ganz geheuer vor. So weit, so gut.

„Im Waschbecken lagen ein Hammer und ein Küchenmesser, beides blutig. In der Wanne tropfte der Wasserhahn, sodass sich eine weiße Spur durch das vorherrschende Rot zog. Im Abfluss steckte der Stöpsel. Die Frau in der Wanne war halb nackt, das Baby blau und leblos, die zarte Haut marmoriert.“ (Seite 38)

Leider hat die englische Autorin für meinen Geschmack aber nicht aus den Vollen geschöpft und so Potenzial verschenkt. Das Gefühl, einen Psychothriller zu lesen hatte ich eigentlich zu keinem Zeitpunkt. Dafür waren die Gedanken, die sich Claudia in Bezug auf Zoe macht einfach zu schnell und zu unbegründet da. Neben den wenigen Szenen, in denen Detective Inspector Lorraine Fisher an den Tatorten ermittelt und dem Leser so einen Einblick in das brutale Geschehen gibt, kommt lediglich noch ein wenig thrillige Atmosphäre auf, wenn Zoe sich merkwürdig verhält und ihre Handlungen und Absichten ziemlich eindeutig scheinen. Daraus ergibt sich im Prinzip schon die ganze Spannungskurve, die zwischendurch immer wieder einbricht.

Zu einem guten Thriller gehört für mich auch immer eine gute Portion Verwirrung dazu – wenn diese denn zu Beginn verwirrend und zum Ende hin immer ein wenig unverwirrender wird. Die Autorin weiß, wie man Leser verwirren kann. Doch leider hat das mit dem Entwirren bei Samantha Hayes nicht so gut geklappt. Zu viele Fragen, wenn auch nicht unbedingt alle essentiell wichtig sind, bleiben am Ende offen, denn der Fokus lag zum Schluss einfach zu sehr auf dem zugegebenermaßen guten Ende, statt auf der Beantwortungen vorheriger Fragen, die, nachdem das Ende dann gelesen war, nicht mehr so beantwortet werden konnten wie noch davor.

„Es dauert nicht mehr lange, bis ich fort bin und nichts als eine hässliche Erinnerung bleibt, ein schlechter Nachgeschmack nach einem Lauffeuer von Gerüchten.“ (Seite 190)

Sehr gut gefallen hat mir der Schreibstil. Die Autorin hat die Geschichte aus den Blickwinkeln der drei agierenden Hauptpersonen niedergeschrieben und nicht immer weiß man direkt, ob gerade die werdende Mutter Claudia, Zoe, oder Detective Fisher die Geschichte erzählt. Gerade dann, wenn es auf das Ende zugeht, entsteht dank dieser Erzählweise – zum Glück – die Spannung, die mir vorher größtenteils gefehlt hat. Erwähnenswert ist auch noch, dass die Autorin es geschafft hat, ein Szenario zu suggerieren, welches bei näherem Hinsehen auch ein ganz anderes sein kann. Klar wird einem das aber erst zum Ende hin, wenn man auf einmal mit einem staunenden Gesichtsausdruck dasitzt. Mir ging es zumindest so.

„Aus tiefster Seele“ ist für mich eher ein durchschnittlicher Thriller, denn leider ist die Geschichte nicht durchgehend thrillig und zum Ende hin auch nicht unbedingt immer logisch. Schade, denn das Potenzial für einen richtig guten Psychothriller ist auf jeden Fall vorhanden.

3

SaFi

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