{Rezension} Der Winter der schwarzen Rosen | Nina Blazon

27 Okt

Der Winter der schwarzen Rosen

 

Autor: Nina Blazon
Titel: Der Winter der schwarzen Rosen
Seitenzahl: 544 Seiten
ISBN: 978-3-570-16364-1
Verlag: cbt
Veröffentlichung: 05. Oktober 2015
Leseprobe
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Abschiede schleichen sich langsam heran, das sollte ich bald erfahren: das allmähliche Ausbluten von Vertrautheit und das schmerzliche Aufblühen von Erinnerungen, die stets viel strahlender oder dunkler sind als die Wirklichkeit. (Seite 143)

In dem Fantatsy-Roman ›Der Winter der schwarzen Rosen‹ erzählt Nina Blazon die Geschichte der Zwillingsschwestern Liljann und Tajann VanTorra. Die beiden sind adeliger Herkunft, aber sie wachsen in einfachen Verhältnissen als Jägerstöchter im Hause des Vaters auf.
Tajann ist die lebhaftere und pragmatischere von beiden. Sie ist eine geschickte Jägerin und steht mit beiden Beinen im Leben. Liljann dagegen ist ruhiger, in sich gekehrter und zögerlicher. Und Liljann hütet ein Geheimnis: Sie hat magische Fähigkeiten. Dies darf niemand erfahren, da in dem Herrschaftsgebiet von Lady Jamala jedem der Scheiterhaufen droht, der Magie praktiziert.
Beide Mädchen werden kurz vor ihrem 17. Geburtstag zu einem Fest in der Zitadelle der Lady eingeladen. Dieser Ball entpuppt sich als tragischer Wendepunkt im Leben der beiden Mädchen, denn beide lernen auf bzw. am Rande der Veranstaltung jeweils den Mann kennen, der ihr Leben in eine neue Richtung lenken wird.
Und damit dieser Roman auch eine Geschichte zu erzählen hat, sind natürlich beide Liebesgeschichten auf ihre Art kompliziert.
Liljann ist sich ihren Gefühlen nicht sicher. Da Tarjann nach altem Brauch aber erst freie Bahn für ihre Liebe haben wird, wenn Liljann das Haus verlassen hat, überzeugt sie Liljann mit dem Mann ins benachbarte Grauland zu ziehen.
Tarjann wiederum gelingt es, sich eine Position in der Zitadelle zu erarbeiten, die es ihr erlaubt, in der Nähe ihres Angebeteten zu sein und mit ihm eine heimliche Liebe zu leben. Durch etliche Verwicklungen treffen die beiden Schwestern später wieder aufeinander – voneinander entfremdet, aber dennoch bemüht, einander zu verstehen und unterstützen.

Meine Meinung:

An diesem Buch fällt zunächst das Cover positiv ins Auge. Die namensgebenden schwarzen Rosen, glitzernde (!) Ranken und schwarze Hirsche umgeben den Buchtitel. Diese Buchhülle ist ein gelungenes Beispiel dafür, wie ein Cover den Inhalt mit wenigen Bildern aufnehmen kann.
Nina Blazon weiß mit Sprache umzugehen. Sie malt Natur, Landschaften und Bewohner mit gut gewählten Worten und zeichnet Charaktere nachvollziehbar.
An wenigen Stellen war mir die Rhetorik schon fast zu dick aufgetragen, aber insgesamt passt der Stil zu dieser schon nahezu pathetisch anmutenden Geschichte um große Gefühle.

Anfangs fand ich das Erzähltempo zu gemächlich. Es war nicht langweilig und ich könnte nicht sagen, dass ich etwas überflüssig fand. Dennoch bemerkte ich beim Lesen eine gewisse Ungeduld in mir und hätte mir eine zügigere Entwicklung der Handlungsstränge gewünscht.
Ich denke, das liegt zum Teil an dem Umstand, dass die Geschichte abwechselnd aus Sicht von Liljann und Tajann erzählt wird. Wenn ich also wissen möchte, wie es mit Liljann weitergeht, so ›muss‹ ich zunächst lesen, was Tajann in dieser Zeit erlebt. Und umgekehrt. Das verdoppelt natürlich die Zeit, die benötigt wird, um die Handlung voranzutreiben.

Ich persönlich hatte auch Schwierigkeiten mit dem Ende. Ich fand es schlicht unbefriedigend. Da die offenen Fragen geklärt und Handlungsstränge- so weit es die Geschichte erfordert – zusammengeführt und zu einem Ende gebracht werden, ist es handwerklich ein tadelloses Ende. Es entspricht jedoch nicht meinem persönlichen Lesegeschmack.

Insgesamt ist es eine schön erzählte Geschichte. Dass das Ende meinem persönlichen Geschmack nicht entspricht, ist dem Roman objektiv nicht vorwerfbar und das anfänglich gemächliche Erzähltempo ist nicht derartig schlimm, dass es meine Meinung nachhaltig negativ beeinflussen könnte. Gegen Ende des Buches verdichtet sich die Handlung ohnehin. Die Art, wie Nina Blazon mit Sprache umgeht, ist allemal ein Grund, dieses Buch zu lesen.

Rana

Eine Antwort to “{Rezension} Der Winter der schwarzen Rosen | Nina Blazon”

  1. katzenkes25 13. Dezember 2015 um 11:47 #

    Spielt das Buch denn im Winter?

    Gefällt mir

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