{Rezension} Stolperherz | Britta Sabbag

3 Mrz

Stolperherz

Autor: Britta Sabbag
Titel: Stolperherz
Seitenzahl: 207
Verlag: Boje
ISBN: 978-3-414-82381-6
Veröffentlichung: 14. Februar 2014
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Sanny ist begeistert: Greg, ihr heimlicher Schwarm, lädt das schüchterne Mädchen zur Bandprobe ein. „Crystal“ ist eine total angesagte Band, die regional Auftritte hat und bekannt ist. Es gibt aber noch eine Steigerung: wenn sie es schafft, die bevorstehende Kur sausen zu lassen, könnte sie sogar mit der Band in den Ferien auf Tour gehen. Sanny setzt alles daran und schafft es tatsächlich. Und so beginnt für sie nicht nur ein Roadtrip mit der Band, sondern auch ein aufregender Weg in einen neuen Lebensabschnitt…

„Mein Herz schlug eben nicht in dem Takt, der allen anderen vorgegeben war. Meist schlug es schneller und oft stolperte es. Paps hatte irgendwann angefangen, es >>Stolperherz<< zu nennen. Das passte allerdings nicht ganz zu der Bedeutung meines Namens – Sanny – die niederländische Interpretation der amerikanischen Sunny, was Sonnenschein bedeutete.“ (Seite 11)

Von der Autorin habe ich bisher nur „Pinguinwetter“ gelesen – das Buch hat mich im Sommer vor 2 Jahren richtig gut unterhalten können. Der Klappentext zu „Stolperherz“ klang toll, und auch das Cover gefiel mir gut. So war ich mehr als begeistert, als Steffi von His & Her Books mir das Buch zum Rezensieren überlassen haben. An dieser Stelle nochmal DANKE! 🙂

Sanny war mir von Anfang an sympathisch. Gegenüber ihrer Mutter hat sie gerne mal das letzte Wort, doch in der Schule ist sie die kleine, graue Maus, die keine Beachtung erhält. Aufgrund ihres angeborenen Herzfehlers darf sie nicht am Schulsport teilnehmen. Als sie sich – aus Trotz – die Haare rot färbt, beginnt bei ihr ein kleiner Wandel. Im Laufe der Tour, die sie begleiten darf, blüht sie immer weiter auf. Ihr Herz scheint darunter gar nicht zu leiden. Im Gegenteil, fühlt sie sich doch so gut wie nie zuvor! Sie lernt, sich immer mehr zu öffnen, auch mal ihre Meinung zu vertreten und sich nicht alles gefallen zu lassen bzw. Widerworte zu geben. Das hat mir gut gefallen. Doch einen negativen Aspekt gab es auch: Sanny hat ihre Mutter angelogen. Was ich aber natürlich nachvollziehen konnte, da sie sonst nie mit der Band hätte unterwegs sein können. Das Lügen war für ihre weitere Entwicklung unabdingbar.
Natürlich ist da noch Greg – er ist der wahre Grund, warum Sanny unbedingt bei dieser Tour dabei sein wollte. Sie himmelt ihn schon seit langem an. Natürlich musste sie die Gelegenheit nutzen, ihm so nah sein zu können.

„Ab und zu grüßte man mich und manchmal wurde ich wahrscheinlich sogar bemitleidet. Ein bisschen Freak, ein bisschen Herzproblemmädchen, zwar unscheinbar, aber trotzdem auf irgendeine Art eine Besonderheit, hatte ich meine Rolle in der Klasse gefunden. Irgendwie sucht sich doch jeder irgendwann seine Rolle im Leben und für mich war eben die Lücke des verschrobenen Herzproblemmädchens frei.“ (Seite 17)

Greg richtig einzuschätzen, fiel mir von Anfang an schwer. Mal ist er Sanny gegenüber freundlich distanziert, macht aber andererseits auch bei den Späßen der Jungs mit. So richtig wusste ich nie, ob er Sanny mag und es ernst meint, oder ob alles nur ein Scherz ist. Trotzdem war er mir doch irgendwie sympathisch.
Die anderen Charaktere konnte mich ebenfalls überzeugen. Lex war, wider erwarten, intellektuell mit Sanny auf einer Höhe. Beide konnten gut miteinander über Bücher diskutieren. Flocke war natürlich der Knaller! Sein Spitzname passt so gar nicht zu seinem Äußeren. Dazu hat er ein – nach Außen hin – übersteigertes Selbstbewusstsein und spricht in Reimen. Das kann mit Sicherheit beim Leser auch ins Gegenteil umschlagen, doch hat Britta Sabbag hier meiner Meinung nach genau die richtige Dosierung gefunden. Ich fand Flocke klasse und er hat mich sehr erheitert.
Kira und Michelle – die beiden Quotenzicken, die in keinem Jugendbuch fehlen dürfen. Wobei Michelle die Zicke ist, und Kira die überirdische Schönheit, die sich nicht so leicht zuordnen lässt.

„>>Wie war’s in der Schule?<<, fragte mein Vater.
Welche Ironie! Da hätte er genauso gut fragen können: >>Wie war’s im     Krieg?<<“ (Seite 24)

Der Plot hat mir gut gefallen. Die Geschichte ist unterhaltsam, lustig und manchmal auch etwas romantisch, auf eine jugendliche Art und Weise. Und auch wenn ich mit 31 Jahren nicht zur Zielgruppe gehöre, konnte Britta Sabbag mich voll und ganz begeistern. Auch die Sprache hat mich überzeugt; die Dialoge erscheinen mir glaubhaft.
Das Setting hat mir ebenfalls gut gefallen. Ein Roadtrip quer durch Deutschland. Angefangen bei uns in Dortmund – jippieh – und zu anderen bekannten Städten. Dabei wurden die Clubs immer so gut beschrieben, dass ich mich mit der Band vor Ort sah.

„Stolperherz“ ist ein sehr schönes Jugendbuch, das auch Erwachsene begeistern kann. Die Geschichte handelt von Freundschaft und den Wegen, die man als Jugendlicher gehen muss, um sich selber zu finden und zu akzeptieren – gepaart mit einer unterhaltsamen und witzigen Geschichte plus ein buntes, schönes und absolut passendes Cover ergibt das tolle Lesestunden und einen Eye-Catcher im Bücherregal! Ein Buch zum Schmunzeln und wieder jung sein.

„Es war schierer Wahnsinn, was ich vorhatte, und gleichzeitig fühlte es sich so richtig an, wie noch nie irgendetwas in meinem Leben. Außer vielleicht der Umstieg von den dämlichen BH-Tops zum A-Körbchen, der leider mehr zeitlich als körperlich überfällig gewesen war und den ich letztes Jahr im Dezember über die Bühne gebracht hatte.“ (Seite 62/63)

Es gibt auch noch ein tolles Video, in dem Britta Sabbag über „Stolperherz“ plaudert:

5

SaCre

10 Antworten to “{Rezension} Stolperherz | Britta Sabbag”

  1. buchstabentraeume 3. März 2014 um 14:33 #

    Wow, das Buch klingt ja so wahnsinnig toll! Das muss ich unbedingt lesen. Und was für eine supersympathische Autorin!!! ❤

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  2. Textverliebt. 3. März 2014 um 16:17 #

    Sehr gute Rezi! Das Buch kommt zwar nicht ganz oben auf meine Wunschliste, doch werde ich es auf jeden Fall lesen. 🙂 Ich muss für Jugendbücher immer in der richtigen Stimmung sein. Das was ich jetzt las, muss erst mal sacken, da hat gerade kein anderes eine Chance gegen: 😛

    Drück dich!
    Katha ♡

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    • bookwives 3. März 2014 um 16:29 #

      Danke, Katha! 🙂
      Du solltest es unbedingt bei dir einziehen lassen…
      Auf deine Rezi bin ich auch sehr gespannt. Das Buch klang toll… *hach*

      *drückzurück*
      S

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