[Rezension] Aufbruch – Partials 1 | Dan Wells

4 Mrz
91e1afc24eTitel: Aufbruch – Partials I
Autor: Dan Wells
Seitenzahl: 512 Seiten
Verlag: ivi
ISBN: 978-3-492-70277-5
Veröffentlichung: 12. März 2013
Empfohlenes Lesealter: ab 14 Jahren
Leseprobe

Zum Inhalt:

Vor vielen Jahren wurden die Partials von den Menschen geschaffen, um für sie im Isolationskrieg zu kämpfen. Die künstlichen Soldaten haben den Krieg für die Menschen gewonnen und wandten sich dann gegen ihre Schöpfer, indem sie das RM-Virus freigesetzt haben. So leben im Jahr 2076 leben nur noch knapp 0,004% der einstigen Erdbevölkerung – der Großteil der Menschheit, fiel dem Virus zum Opfer. Die wenigen Überlebenden zogen sich nach Long Island zurück und haben sich dort ein neues Leben aufgebaut. Und obwohl seit elf Jahren kein Partial mehr gesehen wurde, lauert noch immer die Gefahr. Denn seit dem Zusammenbruch hat kein Neugeborenes überlebt – im Schnitt werden die Babys nur noch sechsundfünfzig Stunden alt, bevor sie an dem Virus sterben. Der jüngste Mensch wird in wenigen Tagen 14 Jahre alt.
Die 16jährige Kira Walker arbeitet auf der Säuglingsstation des Krankenhauses und sah dort in drei Wochen zehn Babys sterben. Sie kann und will nicht glauben, dass sie zwar alles über den Tod der Neugeborenen wissen, aber nicht, wie man den Tod verhindern kann. Und als dann auch noch ihre Adoptivschwester Madison schwanger wird, steht Kiras Entschluss fest. Um das Überleben der Menschheit zu sichern, muss sie einen Partial finden und ihn untersuchen…

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Meine Meinung:

Da in Kürze Teil 2 der Partials-Trilogie erscheint, dachte ich mir, dass es endlich mal an der Zeit ist, mit der Reihe zu starten. Gesagt, getan. 🙂

Ich schlug das Buch auf und war ihm direkt verfallen. Die ersten Worte haben mich gepackt und eine Art Beklemmung in mir ausgelöst und wirkten durch und durch angsteinflößend.

„Das neugeborene Mädchen 485GA18M starb am 30. Juni 2076 um 6.07 Uhr morgens. Es war drei Tage alt. Seit dem Zusammenbruch betrug die durchschnittliche Lebenserwartung eines menschlichen Säuglings sechsundfünfzig Stunden.
Man gab ihnen nicht einmal mehr Namen.“ (Seite 9)

Auf diesen ersten verstörenden Moment folgten noch weitere. Dan Wells hat eine Welt geschaffen, die auf den ersten Blick brutal wirkt und auf den zweiten auch ist. Seine Ideen hat er logisch und konsequent umgesetzt. Brutal wirkt dabei vor allem das so genannte „Zukunftsgesetz“, das den überlebenden und immunen Frauen vorschreibt, ab welchem Alter sie so oft wie möglich schwanger werden müssen. Und als wenn das nicht schon schlimm genug wäre, wird aktuell im Senat auch noch überlegt, ob man das Alter auf 16 Jahre senken soll, nachdem es kurz zuvor auf 18 Jahre gesenkt wurde.

Kira ist eine tolle Protagonistin. Sie will nicht hinnehmen, dass es keine andere Möglichkeit gibt, als den Babys beim Sterben zuzusehen. Im Laufe des Buches wird immer wieder thematisiert, ob es das wert ist: Sein eigenes Leben zu riskieren, um andere zu retten, statt sich mit den Gegebenheiten abzufinden und das Beste daraus zu machen. Die entstehenden Konflikte zwischen Kira, ihren Freunden und vor allem ihrem Freund Marcus hat Dan Wells nachvollziehbar zu Papier gebracht. Als Leser lernt man so beiden Seiten der Medaille kennen und kann sich gut in die Charaktere hineinversetzen.

„Ein menschliches Gesicht. Ein menschlicher Mund und eine entsprechende Nase. Die Lider verbargen menschliche Augen. Ein gut aussehender junger Mann mit kurzem braunem Haar, auf dem Kinn zeichnete sich ein frischer Bluterguss ab. Der größte Feind, der die Menschheit je bedroht hatte, das böse Ungeheuer, das den Weltuntergang ausgelöst hatte.
Er war höchstens neunzehn Jahre alt.“ (Seite 190)

Das Buch ist in drei Teile untergliedert. Und auch, wenn sie jeweils einen leicht veränderten Schwerpunkt haben, sind sie alle spannend. Und auch überraschend. Nie hätte ich damit gerechnet, dass das passiert, was passiert. Vor dem Lesen hatte ich so die eine oder andere Vermutung. Doch das Gelesene hat diese weit übertroffen. Die Geschichte geht ab einem bestimmten Zeitpunkt in eine völlig unvorhersehbare Richtung und wirft viele Fragen auf. Und das nicht nur in Bezug auf die Menschen.

Bei aller Begeisterung, die ich für diesen Trilogie-Auftakt habe, empfand ich ein paar Punkte auch als störend. Das ganze „Medizin-Fach-Geschwafel“ war mir manchmal zu viel. So oft ich die Zeilen auch gelesen habe, in denen Kira über das RM-Virus, seine Formen und dergleichen spricht, verstehen konnte ich nicht alles. Außerdem hatte ich auch das Gefühl, dass ich während des Lesens insgesamt zu wenige Antworten auf zu viele Fragen bekommen habe. Für den ersten Teil einer Reihe ist es zwar wünschenswert, wenn man nicht alles direkt erfährt, doch ich hätte mir schon ein wenig mehr Infos zu dem immer wieder erwähnten Zusammenbruch gewünscht. Und auch was es mit dem Isolationskrieg auf sich hat, für den die Partials erschaffen wurden, erfährt man leider nicht viel, eigentlich sogar nichts. Vielleicht ist es ja nicht besonders wichtig für die Geschichte. Ein paar Sätze und Erklärungen dazu hätte ich aber dennoch gut gefunden.

„Noch einmal rief sie das Bild des Virus auf, den gelbgefärbten Klecks, der im Blut lebte. Du siehst aus wie ein Luftballon, dachte sie. Aber du hast neunundneunzig Komma neun neun sechs Prozent der Menschheit ausgelöscht.“ (Seite 237)

Dies sind aber nur ein, zwei kleine Kritikpunkte und fallen nicht so schwer ins Gewicht. Dafür fand ich den Auftakt dann doch zu gut und natürlich werde ich auch Teil 2 der Trilogie lesen. Es bleibt mir auch gar nicht anderes übrig: der letzte Satz war einfach zu sehr Cliffhanger.

Mit „Aufbruch“ hat Dan Wells einen im Großen und Ganzen gelungenen Start der Partials-Trilogie vorgelegt. Ein paar kleine Schwächen trüben meine Lesefreude zwar ein wenig, aber mit seiner Grundidee konnte der Autor mich überzeugen. Daher bin ich gespannt, wie es schon bald weitergehen wird.

4SaFi

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Die PARTIALS-Trilogie:

1. “Aufbruch: Partials 1” (12.03.13) || “Partials”
2. “Fragmente: Partials 2” (10.03.14) || “Fragments”
3. ??? || “Ruins”
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5 Antworten to “[Rezension] Aufbruch – Partials 1 | Dan Wells”

  1. Martina Bookaholic 4. März 2014 um 12:55 #

    haha – das ging mir genauso und ich verstehe dich voll und ganz. Für mich war es auch viel zu viel Medizin-Geschwaffel und hat den Lesefluss etwas verringert und es langweilig gemacht an einigen Stellen. Weiß noch, dass ich ziemlich lange zum Lesen gebraucht habe, und normalerweise bin ich eine schnelle Lesering. Aber hier hatte ich meine Probleme. Bin noch immer am hin u her überlegen, ob ich auch den zweiten Teil lesen soll bzw. will.
    LG Tina

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    • bookwives 4. März 2014 um 13:02 #

      hehe 😉

      Am Anfang habe ich noch versucht, es zu verstehen. Aber dann hab ich einfach nur noch gelesen und abgespeichert – die Formern und was auch immer des Virus waren mir dann irgendwann „egal“. 😀

      Bei dem Cliffhanger habe ich gar keine andere Wahl, als Teil 2 zu lesen. Dafür bin ich dann doch zuuuu neugierig. 😉

      LG, SaFi

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      • Martina Bookaholic 4. März 2014 um 13:07 #

        Hi du – naja, ich lese solche langweligen Passagen dann auch recht gerne und kümmere mich nicht so darum. In wie weit sind diese Formeln für die Handlung wichtig… also die genau Beschaffenheit und Einstellung – Null – daher, brauch ich das auch nicht zu wissen. Bin da also wie du *g*

        Naja, habe gerade eben ein paar Rezis zu Teil 2 gelesen und die Inhaltsangabe und werde nun doch nicht weiterlesen. Warte einfach auf eure Rezis, das reicht mir 😀

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  2. Bücherjunkies 5. März 2014 um 08:26 #

    Dieses Buch wollte ich auch demnächst mal noch lesen. Mal sehen, ob mich das „Medizin-Geschwafel“ auch stört, hab nämlich auch schon viele Bücher von Robin Cook gelesen. Aber ich werde berichten 🙂

    LG Michaela

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  1. [Rezension] Fragmente – Partials 2 | Dan Wells | Bookwives - 25. März 2014

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