Im Gespräch mit… Britta Sabbag

5 Jun

Da uns die Bücher „Stolperherz“ und „Das Leben ist (k)ein Ponyhof“ so begeistern konnten, war die Freude groß, als Britta Sabbag uns ihre Zustimmung zu einem Interview gab. 🙂
Was sollen wir sagen? Den Humor aus ihren Büchern könnt ihr hier wiederfinden!

Copyright Beatrice Treydel

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Bitte stelle dich unseren Lesern kurz vor.
Britta Sabbag, Autorin, 35, verwirrt.

Wie bist du zum Schreiben gekommen?
Über einen Umweg – die Kündigung in meinem alten Job als Personalerin vor 5 Jahren hat mich nicht getroffen. Und da dachte ich: Irgendwas stimmt hier nicht. Und: Was wolltest du schon immer mal tun?  Schreiben! – Das tat ich dann auch.

Wie sieht dein Schreib-Alltag aus?
Im Idealfall stehe ich um halb 9 auf, trinke einen Kaffee, erledige Mails und Telefonate und schreibe von 10-16 oder 17 Uhr durch, mache dann Sport und esse etwas Gesundes.
(In Wirklichkeit bin ich um zehn immer noch müde, esse morgens schon Nutella (ohne Brot) trinke 3-17 Kaffee, verplaudere mich auf Facebook, renne mit dem Kopf gegen eine Tür/ Wand/ Kante/ stoße irgendwas um/ lande in der Notaufnahme/ verfahre mich/ rufe die falschen Telefonnummern zurück und schreibe dann abends darüber, was ich so erlebt habe 😉

Mit “Stolperherz” hast du zum ersten Mal ein Jugendbuch veröffentlicht. Wie bist du dazu gekommen, in diesem Genre zu schreiben? Wird es weitere Bücher von dir im diesem Bereich geben?
Ein Verlag hatte mich angefragt, und mir eine amerikanische Vorlage geschickt, die mir leider gar nicht gefallen hat (sehr oberflächlich, irgendwie wurde NUR geshoppt) . Ich lehnte ab. Meine Agentin fragte: Was hast du denn mit 15 gemacht, wenn nicht Schuhe, Schminke und Klamotten? Ich sagte: „Ich bin einen Sommer mit einer Band rumgezogen. Und war mit dem Bassisten zusammen (Und mit dem Schlagzeuger. Aber nacheinander!) Und Sie antwortete: „Na dann haben wir doch ein Jugendbuch!“  So war das.

Dein aktuelles Buch heißt “Das Leben ist (k)ein Ponyhof”. Beschreibe uns das Buch in einem Satz.
Es geht darum, dass Antonia den roten Faden im Leben verliert, und sich ganz viele Sorgen macht, vom richtigen Weg abzukommen, und ihr Stiefvater Walter, der ein wenig dement und auch verrückt ist, ihr zeigt, dass sie das nicht muss, und dass das Leben aus vielen Fäden gewoben ist, und nicht nur einer davon rot ist; im Gegenteil – wenn man den roten Faden verloren hat, kann man nach seinem Faden eigenen Ausschau halten, vielleicht ist  er bunt.

Könntest du dir vorstellen, mal in eine ganz andere Richtung zu gehen? Einen Thriller veröffentlichen, beispielsweise?
Nein, mein Kopf gibt strategisches Denken nicht her. Ich habe beispielsweise bis heute Fight Club nicht verstanden.

Du sagst über dich selbst – und hier zitieren wir von deiner Website: “sie sei die beste Romanvorlage, weil niemand erfinden kann, was ihr täglich passiert. Wer also immer noch glaubt, das Leben der Bridget Jones sei unrealistisch, kann gerne mal einen Tag mit ihr verbringen.” Was würde uns so erwarten? Wir sind neugierig!
Wer mich auf Facebook verfolgt, weiß, dass mir immer wieder schräge Dinge passieren, und zwar in einer Häufigkeit, die wohl kein Zufall mehr ist. Vielleicht ist meine Wahrnehmung auch schärfer geworden, weil ja alles toller Romanstoff ist. Aber ein Irren-Magnet bin ich schon wohl auch. Einige Anekdoten kann man unter www.brittasabbag.de nachlesen, unter „Real Life“.

Mit welcher Person aus deinen Büchern würdest du gerne mal einen Tag verbringen und warum? Und was würdet ihr dann tun?
Mit Walter aus „Das Leben ist (k)ein Ponyhof“. Ich hätte da so einige Fragen.

Was ist der Unterschied zwischen der Arbeit an einem Buch und der Arbeit an einem Drehbuch?
Das Buch schreibt man ganz alleine und ist lange Zeit sehr abgeschottet – selbst die Arbeit mit der Lektorin ist ja einsam, denn man bekommt das lektorierte Manuskript zugeschickt und bearbeitet es wieder. Beim Drehbuch reden hundert Leute mit, es ist ein Sammelsurium an Ideen und immer wieder wird etwas umgeworfen. Die Mischung aus beiden finde ich toll.

Liest du selbst auch gerne? Wenn ja, was/wen?
Klar! Wäre seltsam, wenn nicht, oder? Alles bis auf Thriler/ Krimis, sehr gerne auch Biografien.

Wo hältst du dich daheim am liebsten auf?
Im Bett, eindeutig.

Welche war deine erste CD bzw. Schallplatte? Und welche Musik hörst du heute?
Ich höre alles querbeet. Ich glaube es war „Die Weihnachtsbäckerei“ – ich habe den Ohrwurm immer noch.

Lässt du uns an deiner schönsten Kindheitserinnerung teilhaben?
Ich bin mit 5 Jahren und einem winzigen Koffer aus geflochtenem Korb mal ausgezogen, und zwar auf den Kirschbaum meiner Oma. Alle hatten Verständnis für diese Entscheidung und brachten Essen und Wohnmaterial. Leider wurde es mir nach 20 Uhr eindeutig zu kalt und ich zog wieder zu Hause ein.

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Copyright Beatrice Treydel

Wie sieht für dich ein perfektes Wochenende aus?
Ausschlafen, lange frühstücken, am Meer spazieren und den Sonnenuntergang dort draußen genießen. Keine Termine.

Welcher berühmten Persönlichkeit ähnelst du?
Vielleicht eine Mischung aus Bridget Jones, Ronja Räubertochter und einem total verwirrten Alien aus der Zukunft, das schräge Situationen immer magnetisch anzieht.

Welchen Film könntest du dir immer wieder anschauen?
Viele! Tue ich auch. Alle Doris Day Filme, Frühstück bei Tiffany, Die Brücken am Fluss, Bridget Jones…

Die sinnloseste Sache, die du jemals gekauft hast?
Ein pupsender Kugelschreiber. Wobei… ich konnte ihn schon oft gut einsetzen.

Was bereitet dir Freude?
Sonne, neue Ideen, lachen mit Freunden.

Wie sieht ein Poesie-Album Eintrag von Britta Sabbag aus?
„Es tut mir leid aber ich muss leider gerade ins Krankenhaus weil ich mir beim Brötchenschmieren in die Hand geschnitten haben (siehe Bluttropfen)  – später mehr.“

Über welches Tier dürfen wir uns als nächstes auf einem Buchcover freuen? 🙂
Das weiß ich noch nicht. 🙂

Du hast das letzte Wort!
In Wirklichkeit bin ich viel seröser!

Liebe Britta, wir danken dir ganz herzlich, dass du dich unseren Fragen gestellt hast und dass wir an deinem rasanten Leben teilhaben können! 🙂

9 Antworten to “Im Gespräch mit… Britta Sabbag”

  1. Casey 5. Juni 2014 um 21:23 #

    Sehr gutes Interview – die Fragen sind wirklich gut gewählt, und diese Frau ist wirklich lustig. Kein Wunder, dass sie (anscheinend) humorvolle Bücher schreibt. Hat mich auf jeden Fall neugierig auf das Buch gemacht.!
    Liebe Grüße,
    Casey

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    • bookwives 6. Juni 2014 um 07:42 #

      Hi Casey!

      Lieben Dank für deine netten Worte! 🙂
      Die Bücher sind empfehlenswert und jetzt zur Sommerzeit genau das richtige.:)

      Grüßly
      SaCre

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  2. fraencisdaencis 6. Juni 2014 um 11:56 #

    Hallo 🙂

    Oh man, das Interview hat mich nun restlos überzeugt, dass ich ENDLICH auch mal ihre Bücher lesen sollte. Wirklich ein tolles Interview!

    Liebe Grüße,
    Fraencis

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  3. Evi 7. Juni 2014 um 21:40 #

    Tolles Interview! Sympathische Frau! Ihr Leben mit 15 gleicht meinem ziemlich genau- 2 Bandmitglieder hintereinander als Freund… Hach, wir Frauen sind so leicht zu beeindrucken! Gib einem Mann ein Instrument und am besten noch eine schöne Stimme und ich schmachte dahin… 🙂 Ich werde mir ihre Bücher nun auch gleich mal auf die Wunschliste setzen.

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    • bookwives 9. Juni 2014 um 16:27 #

      Danke, Evi!
      Ist ja interessant, dass es in eurem Leben solche Parallelen gibt. Möchtest du nicht auch darüber schreiben?? 🙂

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  4. Katja 10. Juni 2014 um 00:01 #

    Tolles Interview, ich liebe ihre Bücher auch total. 🙂
    Danke für das tolle Interview.
    Alles Liebe,
    Katja

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