{Rezension} Das Leben ist (k)ein Ponyhof | Britta Sabbag

21 Mai

Das Leben ist (k)ein Ponyhof

Autor: Britta Sabbag
Titel: Das Leben ist (k)ein Ponyhof
Seitenzahl: 222 Seiten
ISBN: 978-3-404-16977-1
Verlag: Bastei Lübbe
Veröffentlichung: 15. April 2014
Leseprobe
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Antonia ist Karrierefrau und Workaholic durch und durch. Ihr Leben ist straff durchorganisiert und mit ihrem Freund und Kollegen Carl fühlt sie sich bestens aufgehoben. Doch ihr Leben wird gehörig auf den Kopf gestellt: ihre Mutter gewinnt eine Reise in einen indischen Ashram. Antonia muss nun in ihre verhasstes Heimatkaff Klein Seichtingen zurück kehren, und sich um ihren Stiefvater Walter kümmern.
Zunächst versucht sie, Karriere und „Waltersitten“ unter einen Hut zu bringen. Doch das funktioniert leider überhaupt nicht. Und schon bald sieht sie sich nicht nur großen Problemen im Job gegenüber, sondern bekommt auch eine ganz andere Sicht auf ihr komplettes Leben. Ist sie wirklich glücklich?

„An ihm ist wirklich ein kleiner Junge verloren gegangen, dachte ich, oder ist es eher so, dass er sich diese Einstellung einfach nur bewahrt hat?“  (9. Kapitel, 8/13, 49,4%)

Die Autorin Britta Sabbag konnte mich schon mit „Pinguinwetter“ und „Stolperherz“ gut unterhalten. So war meine Vorfreude groß, als ich mir dieses eBook auf meinen Reader packen und mit in Urlaub nehmen konnte.

Antonia kann man als moderne Karrierefrau beschreiben: ihrem Heimatdorf hat sie den Rücken gekehrt um in die große Stadt und die Business-Welt einzutauchen. Ihr Leben besteht aus Arbeit, Arbeit und nochmal Arbeit. Schließlich möchte sie Junior Partnerin in der Kanzlei werden. Das würde ihre Beziehung zu Carl in noch höhere Dimensionen katapultieren. Kurz vor ihrem Durchbruch kommt der Hilferuf ihrer Mutter, den sie nicht überhören kann und will. Sie schafft es einfach nicht, Walter und ihre Arbeit gleichzeitig zu bewältigen. Und so scheint ihr Stiefvater für sie den Schleudersitz zum Anfang der Karriereleiter zurück zu bedeuten.
Trotz ihrem Erfolg im Beruf scheint Antonia chaotisch, zumindest im Beisein und im Umgang mit Walter und auch einigen anderen Bewohnern des Dorfes, auf die sie erst einmal von „oben herab“ blickt. Doch ihr Gefühl, mehr geleistet zu haben als diese Menschen, legt sich im Laufe der Geschichte.
Antonia war mir von Anfang an sympathisch. Schnell merkte ich, dass unter ihren Schale eine andere Person steckt, als mir die Business-Antonia vermitteln wollte.

Walter. Es ist wahr: jede Frau sollte einen Walter haben. Er ist chaotisch, anstrengend, manchmal etwas kindisch und naiv. Und liebenswert. Er bringt einen zum Lachen – wenn auch des öfteren unfreiwillig. Mit ihm wurde es Antonia und auch mir nie langweilig! Vor allem seine „Filtertennissocken“. Göttlich!

Carl scheint mehr an Antonias Karriere und seinen guten Ruf, als an ihr als Person interessiert zu sein. Ich habe von Anfang an eine Abneigung gegen ihn entwickelt. Die zog sich bis zum Ende der Geschichte.
Die weiteren „Nebendarsteller“ konnten mich ebenfalls alle überzeugen. Die Autorin hat hier die unterschiedlichsten Charaktere ins Rennen geschickt, von denen jeder auf seine Art und Weise die Ziellinie überquert.
Klein Seichtingen als Ort des Geschehens ist perfekt! Ich selber bin in einem ähnlich kleinen Dorf aufgewachsen. Daher konnte ich Antonias Bedenken voll und ganz nachvollziehen und das Dorfgeschehen verstehen.

Der Schreibstil von Britta Sabbag ist einfach großartig. Sie schafft es, ohne überflüssige Worte Personen, Orte und Handlungen zu beschreiben. Sie kann Emotionen und innere Dialoge / Konflikte ihrer Protagonisten gut vermitteln. Und trotz allem Witz und Charme kommt ihre ernstzunehmende Botschaft an:
WENN DU DEN ROTEN FADEN VERLOREN HAST, HALT NACH EINEM ANDEREN AUSSCHAU – VIELLEICHT IST DEINER BUNT!“
Und sie hat damit so recht! Warum sich immer anderen Personen und Konventionen anpassen und versuchen, sich selber in Schubladen zu packen, die zu klein oder zu groß für uns selber sind? Mir hat sie mit dem Buch vermittelt, dass ich mehr auf mich selber hören und achten soll.

„Das Leben ist (k)ein Ponyhof“ kann ich jedem als perfekte Sommerlektüre empfehlen. Ihre Kernaussage hat Britta Sabbag in eine unterhaltsame Geschichte gepackt, die zwar nicht mit großen und unvorhergesehenen Überraschungen, wohl aber mit einigen spannenden Wendungen aufwartet. Es ist ein Buch, in das man sich zum Wohlfühlen fallen lassen kann. Witzige und lockere Lesestunden sind garantiert!

4

 

 

SaCre

8 Antworten to “{Rezension} Das Leben ist (k)ein Ponyhof | Britta Sabbag”

  1. Buecherjunkies 21. Mai 2014 um 15:45 #

    Wenn es nicht sowieso schon auf meiner Wunschliste stehen würde, wäre es spätestens jetzt drauf 😉

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  2. Textverliebt. 23. Mai 2014 um 18:03 #

    Ich freu mich schon auf mein Gewinnexemplar von Lovelybooks. Klingt nach einer perfekten Sommerlektüre. Übrigens bin ich schon sehr gespannt auf Walter! 🙂

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  3. Evy 16. Juni 2014 um 14:20 #

    Der Titel ist geil xD Und die Gliederung gefällt mir!

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  4. Glitzerfee / Vanessa 7. Februar 2015 um 18:25 #

    eine sehr schöne Rezension. Ich habe meine eben veröffentlicht und ich stimme dir in allen Punkten zu 🙂

    Liebe Grüße,
    Vanessa

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