{Rezension} Im Eifer des Gefühls | Sarra Manning

18 Mrz

Im Eifer des Gefuehls von Sarra Manning

Autor: Sarra Manning
Titel: Im Eifer des Gefühls (OT: Unsticky)
Seitenzahl: 416
Verlag: Heyne
ISBN: 978-3-453-41151-7
Veröffentlichung: 10. März 2014
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„>>Und dann noch am 23. Juli? Das muss ein Glückstag sein. Wussten Sie, dass man der 23 eine mystische Bedeutung nachsagt? Das griechische Alphabet besteht aus 23 Buchstaben, unser Blut braucht 23 Sekunden, um einmal durch den Körper zu zirkulieren…<<
>>David Beckham hatte bei Real Madrid die 23.<< Na toll! Jetzt redete sie sich total um Kopf und Kragen.“ (Seite 21)

Grace hat es nicht leicht. Ihr Freund Liam hat sie verlassen – an ihrem Geburtstag! Auf der Arbeit kommt sie über einen sehr schlecht bezahlten Assistentinnen Status nicht hinaus. Und dann gibt es noch jede Menge Kreditkarten, die alle bis zum Limit ausgereizt sind, und einen Karton voller unbezahlter Rechnungen und Mahnbescheide.
Sie trifft auf Vaughn, einen schwerreichen Kunsthändler, der ihr ein Angebot macht: sie soll sechs Monate seine Begleiterin sein…

„>>Alles okay?<<, fragte Vaughn besorgt und voller Eifer, als wäre er nicht der egoistische Spinner, der sie gerade auf die Matratze genagelt hatte, um sie dort verhungern zu lassen. Das machte er garantiert nicht zum ersten Mal! Weiß der Henker, wie vielen Frauen vor ihr es ebenso ergangen war! Wie hätte er da auch wissen sollen, dass sie die Ziellinie gar nicht überschritten hatte?“ (Seite 177)

Der erste Tag, den wir als Leserin mit Grace erleben, ist sehr ereignisreich. Liam verlässt sie an ihrem Geburtstag – nicht ohne dabei eine Marc Jacobs Tasche zu treten. Doch mit dem nächsten Atemzug lernt sie auch schon Vaughn kennen. Und diese erste Begegnung hat mich mindestens genauso verstört, wie Grace.
Die junge Frau arbeitet beim Hochglanzmagazin „Skirt“ und lebt den Traum vieler Frauen: sie ist umgeben von High Brand Fashion, teurem Schmuck und Handtaschen, für die frau lange Wartelisten in Kauf nimmt. Doch leider ist sie hier nur eine kleine Nummer, eine Assistentin. So gerne sie auch kreativ arbeiten würde, so wenig Gehör findet sie. Zu allem Überfluss gibt es dann noch die unzählbar vielen, offenen Rechnungen und die zehn überzogenen Kreditkarten. Das Leben in London ist aber auch teuer! Auch wenn das fehlende Geld ihr ab und zu im Kopf rumschwirrt, geht sie doch sehr arglos damit um. Stellenweise haben ihre Naivität und Unbedarftheit mich ein bisschen genervt. Doch dann habe ich darüber nachgedacht, wie ich in dem Alter – mit Anfang 20 – war. Hat man da Lust darauf, sich mit seinen Problemen auseinander zu setzen? Nicht wirklich. Auch ich habe damals mit Sicherheit unangenehme Dinge vor mir her geschoben – und so macht Grace das auch.

Vaughn ist etwas älter als Grace. Er handelt mit Kunst, hat unglaublich viel Geld und weiß, was er will. Er steht mitten im Leben, arbeitet beinahe rund um die Uhr. Doch zu Anfang wirkte er auf mich sehr arrogant – er spricht sehr gestelzt. Da musste ich mich erst einmal dran gewöhnen. Doch nicht nur das.  Er ist auch noch sehr herrisch und bestimmend und denkt zu oft nur an sich. Jetzt werden viele wohl aufstöhnen. Ja, solche männlichen Protagonisten gab es in der Vergangenheit wohl immer wieder – wird es aber auch in Zukunft immer wieder in der Literatur geben. Vaughn war mir zu keiner Zeit richtig sympathisch. Das hatte für mich aber keinen Einfluss auf die Geschichte. Im Gegenteil, ich konnte sehr gut damit leben.

„Grace hatte immer gedacht, das Geheimnis an gutem Sex bestünde aus einer komplizierten Formel, einer bestimmten Abfolge von Bewegungen, Stellungen und Atemtechniken, die manche Frauen beherrschten, von denen sie aber nichts wusste, weil sie den Tag, an dem die Anleitungen verteilt wurden waren, verschlafen hatte.“ (Seite 200)

Lily ist die beste Freundin von Grace. Sie arbeitet ebenfalls bei „Skirt“, allerdings im Beauty Ressort. Als sie aus dem Urlaub kommt, hat sie sich mit ihrem Freund Dan verlobt. Die Art und Weise der Verlobung und das „Versteck“ des Rings: herrlich! Hach, das möchte ich gerne verfilmt sehen. 🙂 Auch wenn Grace Dan nicht unbedingt mag, hat sie ihn um Lilys Willen akzeptiert. Doch die Freundschaft erhält einen ganz großen Knacks. Als Grace ihre Freundschaft zu Lily der Verbindung zu Vaughn unterordnet, ist die zukünftige Braut selbstverständlich sauer.
Kiki ist Graces Chefin. Sie ist ein richtiges Biest und hat scheinbar Spaß daran, den Alltag für Grace so ungemütlich wie möglich zu machen. Ja, sie erinnert doch an den Teufel im Prada-Kostüm.

Der Plot hat mir gut gefallen. Die Geschichte ist unterhaltsam und liest sich locker-leicht weg. Allerdings gibt es die ein oder andere Stelle, die mit den „gängigen“ Chicklit-Klischees aufwartet.
Mit dem Buch „Was sich küsst, das liebt sich“ konnte Autorin Sarra Manning mich mehr überzeugen. Und über die Cover und die deutschen Titel habe ich mich in der Rezension damals schon ausgelassen. Das tue ich dann jetzt nicht mehr.

Empfehlen kann ich „Im Eifer des Gefühls“ allen Frauen, die sich gerne auf leichte Weise unterhalten lassen möchten. Und wenn frau etwas über das beste Versteck eines Verlobungsrings wissen möchte und warum Grace eine Marc Jacobs Tasche im Backofen aufbewahrt, dann solltet ihr an einem sonnigen Wochenende zu diesem Buch greifen. 🙂

„Auf dem Boden der Tatsachen landete sie erst, als sie das Licht in ihrer eiskalten Wohnung anmachen wollte und feststellen musste, dass der Strom abgeschaltet war. Und so stand Grace da in ihrem 2000 Pfund teuren Mantel und fragte sich zum tausendsten Mal, warum alles in ihrem Leben auf jämmerlich ironische Weise endete.“ (Seite 266)

3

SaCre

4 Antworten to “{Rezension} Im Eifer des Gefühls | Sarra Manning”

  1. Textverliebt. 19. März 2014 um 12:40 #

    Ich glaube, es gibt selten Chick-Lit, die einen komplett umhaut und das Leben verändert, aber das erwartet ja Gott sei Dank auch niemand in dieser Sparte. Deine Rezension hat mich aber trotz der durchschnittlichen Bewertung neugierig gemacht. Mal schauen, ob ich den Roman in Skoobe finde. 🙂

    Drück dich!
    Katha

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    • bookwives 19. März 2014 um 12:42 #

      Danke! Du hast voll und ganz recht. Und unterhaltend ist das Buch auf jeden Fall. Vielleicht solltest du dich aber erst mal um das STRUMPFHOSENPROBLEM kümmern. *zwinker* Do you remember? 😀

      Mit Skoobe hab ich mich noch gar nicht befasst… Muss ich mir mal anschauen.

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      • Textverliebt. 19. März 2014 um 13:04 #

        Ja, das hatte neulich auch wieder live. 😛 Dann kann ich gleich noch mal lesen, wie es anderen dabei so geht. 😀

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        • bookwives 19. März 2014 um 13:07 #

          *gnihihi* Ich kämpfe auch immer noch mit diesem Problem. High Five, Schwester! 🙂

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