{Rezension} Stigmata. Nichts bleibt verborgen | Beatrix Gurian

19 Jul

stigmata

Autor: Beatrix Gurian
Titel: Stigmata. Nichts bleibt verborgen
Seitenzahl:  384 Seiten
ISBN: 978-3-401-06999-9
Verlag: Arena
Veröffentlichung: Juni 2014
Leseprobe
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Emmas Leben hat entscheidende Wendungen erfahren. Nicht genug, dass ihre Mutter kürzlich verstarb. Nein, kurz darauf findet sich auch eine Botschaft in ihrem Briefkasten. Darin findet sich ein Bild mit einem Kind darauf. Und dazu der Hinweis, dass ihre Mutter getötet wurde, und sie die Mörder suchen soll.
Emma meldet sich im Transnational Youth Camp an, das auf sie erst mal einen seriösen Eindruck macht. Doch vor Ort stellt sich heraus, dass das Gegenteil der Fall ist. Schnell muss Emma lernen, dass nicht nur in der Vergangenheit ihrer Mutter mysteriöse Dinge geschehen sind, sondern auch das Heute voll davon ist…

„Hier sieht es tatsächlich ein bisschen nach Jugendherberge aus, allerdings nach einer Jugendherberge, die längst geschlossen hätte werden müssen. Stumpfe graue Kacheln bedecken den Boden und die Wände etwa bis auf Schulterhöhe. Darüber wirft die gebissgelbe Wandfarbe Blasen und ist an vielen Stellen abgeblättert. Das Waschbecken zieht sich direkt vor uns quer über de ganzen Raum. In der aufgerauten Mitte hat sich eine rostige Wasserspur eingegraben. Alle fünfzig Zentimeter ist ein Wasserhahn aus blindem Metall angebracht. Als ich einen davon aufdrehe, weil ich mir die Hände mit der Seife waschen will, die am Beckenrand in einer schmierigen Pfütze liegt, tröpfelt nur ein kaltes Rinnsal heraus.“ (Seite 31)

Schon wenn man dieses Buch zum ersten Mal in die Hand nimmt, kann es punkten. Nicht nur der Schutzumschlag ist schön und interessant, sondern auch das Innenleben. Es ist komplett zweifarbig (schwarz und grün) gehalten. Außerdem ist die Geschichte mit Fotografien untermalt. Das ist wirklich hervorragend umgesetzt!

In die Geschichte findet man als Leser schnell hinein. Zuerst habe ich wirklich mit Emma gelitten. Der Tod ihrer Mutter hat ihr natürlich sehr zu schaffen gemacht, und sie hat sich in ihr Schneckenhaus verzogen. Als die anonyme Botschaft sie erreicht, nimmt die Geschichte richtig Fahrt auf. Schnell macht sie sich auf den Weg zum hochgelobten Camp. Doch schon der Anmarsch ist Abenteuer pur. Ich erhielt eine leise Ahnung von dem, was mir hier als Leser blühen würde – und natürlich auch unserer Protagonistin.

Im Camp trifft sie auf Sophia, Tom und Philipp. Den vier Jugendlichen stehen 3 Betreuer zur Seite: Dr. Becker (Leiter des Hauses), Nicoletta und Sebastian. Direkt wird klar, dass in diesem Camp nichts normal ist. Und ein perfides Psychospielchen reiht sich an das andere. Nicht nur die Teenies sind verwirrt. Ich war es ebenso. Ich wusste nicht mehr, was wahr ist und wem ich was glauben kann.
Die Jugendlichen sind eine total gemischte Gruppe, in der alle Charaktere vertreten sind. Die Zicke, die Ruhige, der Player, der Nette. Sebastian ist zudem ein äußerst attraktiver Mann, der auf die Mädels und Nicoletta ganz schön Eindruck macht.

„Meine Mam war mir immer ausgeglichen vorgekommen, so sanft. Ihr Leben war absolut überschaubar. Durchorganisiert bis zur Langeweile. Aber es wurde immer deutlicher, dass ich sie gar nicht richtig gekannt hatte. Denn ich hatte nicht die leiseste Ahnung, warum oder wovor meine Mutter solche Angst gehabt haben könnte.“ (Seite 122/123)

Das Geschehen aus der Gegenwart wird durch zwei Handlungsstränge immer wieder unterbrochen. Zum einen geht es 6 Wochen in die Vergangenheit, zum Zeitpunkt kurz nach Agnes‘ Tod und den Erhalt des Briefes.
Der zweite Strang geht bis zu Agnes Jugend zurück. Hier erfährt man als Leser erschreckende Dinge, die Emmas Gegenwart in einem ganz anderen Licht erscheinen lassen.

Die Autorin hat einen richtigen tollen Plot gestrickt. Die Geschichte ist voller unvorhersehbarer Wendungen und Ereignisse. Der schöne Schreibstil lässt sich gut lesen. Das Geschick von Beatrix Gurian, mit ihren Worte Gefühle zu vermitteln, Orte zu beschreiben und Atmosphäre beinahe greifbar zu machen, ist genial! Düster, beklemmend und atmosphärisch verdichtet erzählt sie das Geschehen. Sie hat mir des Öfteren Gänsehaut beschert. Untermalt von den Bildern ist das stimmig und „rund“.

„Stigmata. Nichts bleibt verborgen“ ist ein richtig guter Jugendthriller, der dem Genre gerecht wird, und mit vielen Gänsehautmomenten, sowie mit einer spannenden Handlung begeistert.

„Schräg über mir sehe ich die nackten Menschen, die von hässlichen Teufeln mit langen Gabeln gequält und in den siedenden Kesseln der Hölle gekocht werden.
Wie lächerlich das ist. Als ob die Hölle so wäre.
Die Hölle ist hier.“ (Seite 289)

 

4,5

 

SaCre

Eine Antwort to “{Rezension} Stigmata. Nichts bleibt verborgen | Beatrix Gurian”

Trackbacks/Pingbacks

  1. 65 Jahre Buchliebe: Happy Birthday Arena! | Büchernische - 15. April 2015

    […] gruslige Jugendbuch ist mir bereits bei einigen lieben Bloggern – z.B. hier und da und dort – positiv aufgefallen und erregte schon mit seinem mystischen Cover meine Aufmerksamkeit. […]

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