[Rezension] Opferzeit | Paul Cleave

22 Okt
Opferzeit von Paul Cleave
 
Titel: Opferzeit
Autor: Paul Cleave
Seitenzahl: 672 Seiten
Verlag: Heyne
ISBN: 978-3-453-43749-4
Veröffentlichung: 14. Oktober 2013
Leseprobe

Zum Inhalt:

Vor einem Jahr versetzte Joe Middleton, besser bekannt als der Schlächter von Christchurch, mit seinen brutalen Morden die Stadt in Angst und Schrecken. Nun sitzt Joe im Knast und wartet auf seinen Prozess, der in ein paar Tagen beginnen soll. Joe ist felsenfest davon überzeugt, dass er nach dem Prozess nicht wieder in den Knast muss. Denn er beteuert seine Unschuld und will auf Unzurechnungsfähigkeit plädieren. Was der Serienkiller nicht ahnt: Melissa X, seine ehemalige Geliebte, plant einen Anschlag auf Joe und hat auch schon jemanden gefunden, der bereit ist, den Abzug zu drücken…

Opferzeit_Atikelbild

Meine Meinung:

Wie gut, dass ich im letzten Jahr Paul Cleave für mich entdeckt habe. Wie gut, dass dieser eine Fortsetzung von Joes Geschichte geschrieben hat. Wie gut, dass ich nach „Der siebte Tod“ direkt zu „Opferzeit“ greifen konnte…

„Ich bin ein netter Kerl. Das versuche ich den Leuten immer wieder zu erklären. Doch niemand will mir glauben.“ (Seite 35)

Da ich den ersten Teil der Geschichte rund um den Schlächter von Christchurch unmittelbar vor der Fortsetzung gelesen hatte, fiel mir der Einstieg natürlich nicht schwer. Paul Cleave knüpft da an, wo die Geschichte zuvor endete, streut die wichtigsten Punkte noch mal kurz ein, und gönnt dem Leser auf den nachfolgenden Seiten dann kaum eine Atempause.

Die Spannung nimmt von Seite zu Seite mehr zu und die Handlung wird mit der Zeit immer komplexer. Lange Zeit tappt der Leser in Bezug auf die Frage wie das alles ausgehen wird im Dunkeln. Dazu trägt auch der wieder einmal gut durchdachte Aufbau der Geschichte bei. Neben Joe bekommen diesmal auch Melissa, die Joe in Sachen Wahnsinn in nichts nachsteht, und Carl Schroder, der ermittelnde Detective im Schlächter-Fall, ihre eigenen Kapitel.

„Und genau aus diesem Grund ergibt die Welt keinen Sinn. Ein Typ mit Glatze regiert unser Land, und trotzdem bin ich es, der im Knast sitzt?“ (Seite 177)

Joes Gedanken und Ansichten werden wieder genauestens unter die Lupe genommen – frei nach dem Motto „Der Wahnsinn hat einen Namen: Joe Middleton“. Diesmal wird aber nicht bloß er einer psychologischen Begutachtung unterzogen, sondern auch die anderen Darsteller. Dabei tun sich Abgründe auf, erschütternde Wahrheiten kommen ans Licht und so manche Unklarheit wird ausgeräumt. Auch wenn Joe in diesem Wälzer mit knapp 700 Seiten nicht zu kurz kommt, fehlte mir doch ein wenig dieser eigentümliche Flair aus „Der siebte Tod“, wo so ziemlich alles aus der Sicht von Joe geschildert wird.

Obwohl „Opferzeit“ das aktuelle Buch von Paul Cleave ist, reiht es sich in der Zeitleiste direkt nach „Der siebte Tod“ ein, und das wird während des Lesens auch immer wieder deutlich. So kreuzte z. B. Caleb Cole – ein alter Bekannter aus „Das Haus des Todes“ – meinen Leseweg und brachte die Erinnerungen an seine Geschichte wieder zurück. Mir hat dieser Kniff von Paul Cleave sehr gut gefallen.

„Sie will Joes Tod, und das findet er okay. Denn er will ihn ebenfalls. Ihre Wünsche sind dieselben.“ (Seite 365)

In einem Interview zu „Opferzeit“ schreibt Paul Cleave: „Tatsächlich möchte ich behaupten, dass es das beste Buch ist, das ich je geschrieben habe.“ Auch wenn ich bislang nicht alle Bücher des neuseeländischen Autors gelesen habe, kann ich mir gut vorstellen, dass diese Aussage nicht bloß so dahin geschrieben wurde, sondern der Wahrheit entspricht. „Opferzeit“ ist psychologisch gut durchdacht, bietet Spannung und Action ohne dabei überladen zu wirken, und trumpft mit einem Serienkiller auf, der zwar das personifizierte Böse darstellt, gleichzeitig aber, dank seiner einzigartigen Art und Weise, auch zum Lachen animiert. Wer Joe noch nicht kennt, sollte dies möglichst schnell nachholen.

4,5SaFi

HIER gibt es weitere Infos zu „Opferzeit“ – z. B. einen Steckbrief von Joe.

4 Antworten to “[Rezension] Opferzeit | Paul Cleave”

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